Heilmittel: Diagnoseliste besondere Verordnungsbedarfe erweitert

Änderungen rückwirkend zum 1. Januar 2019

Die Diagnoseliste der bundesweit geltenden besonderen Verordnungsbedarfe für Heilmittel wurde rückwirkend zum 1. Januar 2019 um einzelne Indikationsschlüssel bzw. ICD-10-Codes erweitert. Die neu vereinbarten Diagnosen bzw. Indikationsschlüssel wurden in die Anlage 2 der auf Landesebene geltenden Heilmittel-Richtwertvereinbarung 2019 aufgenommen und gelten somit auch für Baden-Württemberg.

Neue Indikationsschlüssel „EX3“ bei geriatrischen Syndromen

ICD-10 DiagnoseDiagnosegruppe/IndikationsschlüsselHinweis
PhysiotherapieErgotherapie
  • R26.0
    Ataktischer Gang
  • R26.1
    Paretischer Gang
  • R26.2
    Gehbeschwerden, anderenorts nicht klassifiziert
  • R29.6
    Sturzneigung, anderenorts nicht klassifiziert
WS2/EX2/EX3/SO3ab vollendetem 70. Lebensjahr

Neuer Indikationsschlüssel „EN4“ bei Verletzungen des Nervensystems

ICD-10 DiagnoseDiagnosegruppe/IndikationsschlüsselHinweis
PhysiotherapieErgotherapie
  • S14.3
    Verletzung des Plexus brachialis
  • S14.4
    Verletzung peripherer Nerven des Halses
ZN1/ZN2 AT2EN1/EN2 EN3/EN4längstens 1 Jahr nach Akutereignis

Neue ICD-10-Kodes G90.5-/G90.6-/G90.7- regionales Schmerzsyndrom

Im Rahmen der jährlichen Revision der ICD-10-GM wurden die ICD-10-Diagnosen des komplexen regionalen Schmerzsyndroms (CRPS) für 2019 aus dem bestehenden ICD-10-Code „M89.0 Neurodystrophie [Algodystrophie]“ herausgelöst. Auf die Diagnoseliste der besonderen Verordnungsbedarfe wirkt sich dies wie folgt aus: Der ICD-10-Code M89.0 bleibt weiterhin bestehen. Neu sind die Codes G90.5-, G90.6- und G90.7-. Diese stellen – ebenso wie M89.0 – Diagnosen der besonderen Verordnungsbedarfe dar.

ICD-10 DiagnoseDiagnosegruppe/IndikationsschlüsselHinweis
PhysiotherapieErgotherapie
  • G90.5-
    Komplexes regionales Schmerzsyndrom, Typ I
  • G90.6-
    Komplexes regionales Schmerzsyndrom, Typ II
  • G90.7-
    Komplexes regionales Schmerzsyndrom, sonstiger nicht näher bezeichneter Typ
EX2/EX3
LY2/PN
SB2/SB6längstens 1 Jahr nach Akutereignis

Besondere Verordnungsbedarfe in der Wirtschaftlichkeitsprüfung

Besondere Verordnungsbedarfe sind für schwer kranke Patienten gedacht, die Heilmittel für einen in der Regel begrenzten Zeitraum, jedoch in intensivem Ausmaß benötigen. Sie entlasten das Heilmittel-Verordnungsvolumen einer Praxis im Falle einer Wirtschaftlichkeitsprüfung. Sie sind häufig zeitlich befristet.

Diagnoseliste 2019 zum Download

Welche Indikationen einen langfristigen Heilmittelbedarf oder besonderen Verordnungsbedarf begründen, fasst die KBV in einer Diagnoseliste zusammen. Darin sind alle bundesweit geltenden Diagnosen enthalten, die im Zusammenhang mit der jeweils aufgeführten Diagnosegruppe nach Heilmittelkatalog einen langfristigen Heilmittelbedarf oder einen besonderen Verordnungsbedarf begründen. Die aktualisierte „Diagnoseliste langfristiger Heilmittelbedarf / besonderer Verordnungsbedarf“ 2019 steht auf der KBV-Homepage zum Download bereit.

Dokumente zum Download

Externe Links

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Verordnungsberatung Impfungen, Heil- und Hilfsmittel
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