Fieberambulanz in Heidelberg startet

Der Weg für die Patienten führt über die Haus- und Kinderärzte

Zur weiteren Optimierung der Versorgung von Corona-Patienten richtet die Kassenärztliche Vereinigung Baden-Württemberg (KVBW) mit Unterstützung der Stadt Heidelberg eine zentrale Fieberambulanz für Kinder und Erwachsene auf dem Messplatz ein. Ab Mittwoch, 6. Mai 2020, werden dort alle kleinen und großen Patienten mit Verdacht auf eine Corona-Infektion oder mit fieberhaften Infekten untersucht und behandelt.

Die zentrale Fieberambulanz für Erwachsene wird Montag bis Freitag von 10 bis 14 Uhr geöffnet sein. Die Fieberambulanz für Kinder ist werktäglich von 16 bis 18 Uhr in Betrieb, dann stehen Kinder- und Jugendärzte zur Behandlung bereit. Samstag, Sonntag und an Feiertagen ist die Corona-Ambulanz vorerst nicht geöffnet, hier übernimmt der ärztliche Bereitschaftsdienst unter der Rufnummer 116117 die Versorgung.

In der Fieberambulanz untersuchen Ärzte die Patienten mit Fieber und Atemwegsinfekten oder Corona-Infizierte mit einer Verschlechterung des Zustands. Bei Bedarf wird ein Abstrich vorgenommen. Je nach Symptomen und Krankheitsbild wird entschieden, ob die Patienten in häusliche Quarantäne geschickt werden oder bei schwerem Verlauf stationär im Krankenhaus aufgenommen werden müssen. Der Weg für die Patienten in die Fieberambulanz führt über die Hausärzte und Kinderärzte, falls die Patienten ihren Hausarzt nicht erreichen oder keinen Hausarzt haben, über die Rufnummer 116117. Auf keinen Fall sollen Patienten direkt ohne vorherige Anmeldung in die Fieberambulanz kommen. Neben der Fieberambulanz gibt es noch zwei Corona-Schwerpunktpraxen in Heidelberg, eine für Kinder und Erwachsene und eine nur für Erwachsene. Hier bieten bestehende Arztpraxen zu bestimmten Zeiten eine Infektionssprechstunde für Patienten mit Verdacht auf eine Corona-Infektion an. Auch hier erfolgt die Anmeldung über die Haus- und Kinderärzte oder die Rufnummer 116117.

„Durch die Einrichtung der Fieberambulanz für Kinder und Erwachsene können wir unser ärztliches Personal effektiv einsetzen. Gleichzeitig sparen wir auf diese Weise auch Schutzausrüstung”, erklärt Dr. Albertus Arends, stellvertretender Vorsitzender der Ärzteschaft in Heidelberg. „Wer Symptome wie Fieber oder Husten aufweist, sollte telefonisch Kontakt mit seinem Haus- oder Kinderarzt aufnehmen.” Am Abend und am Wochenende übernimmt der Notfalldienst der niedergelassenen Ärzte unter der Telefonnummer 116117 diese Aufgabe. „Auf keinen Fall sollen Betroffene die Fieberambulanz selbst aufsuchen”, appelliert Arends an die Bevölkerung. „Der Haus- oder Kinderarzt muss klären, ob eine Vorstellung in der Fieberambulanz erforderlich ist.”

Der stellvertretende Vorsitzende der KVBW, Dr. Johannes Fechner, bedankt sich bei den Beteiligten vor Ort für die Unterstützung: „Ich bin Herrn Dr. Arends für sein Engagement zur Eröffnung der Fieberambulanz sehr dankbar. Auch die ausgezeichnete Unterstützung der Stadt Heidelberg mit ihrem Oberbürgermeister Prof. Dr. Eckart Würzner war sehr hilfreich und hat wesentlich dazu beigetragen, mit der Fieberambulanz nun eine wichtige Anlaufstelle für die Bürgerinnen und Bürger zu installieren. Bedanken möchte ich mich auch bei Prof. Benedikt Fritzsching, der schon früh eine Corona-Schwerpunktpraxis in Heidelberg eröffnet hat.”

Die KVBW hat in Baden-Württemberg knapp 50 Fieberambulanzen und über 170 Corona-Schwerpunktpraxen eingerichtet. Eine Corona-Schwerpunktpraxis ist eine reguläre Haus- oder Facharztpraxis, die für Infektpatienten und Corona-Verdachtsfälle spezielle Sprechstunden vorhält. Besteht ein Corona-Verdacht, gelten deutlich erweiterte Sicherheitsstandards und eine strikte Trennung von den übrigen Patienten der Praxis. Bei Bedarf können die Corona-Schwerpunktpraxen Abstriche durchführen. Damit Patienten nicht unangemeldet in der Corona-Schwerpunktpraxis erscheinen, führt der Weg in eine solche Corona-Schwerpunktpraxis über einen Anruf beim eigenen Haus- oder Kinderarzt.