Stop von Krankschreibungen per Telefon in der Kritik

Offener Brief von KVBW, LÄK und Ärzteverbänden an Minister Lucha

Die Kassenärztliche Vereinigung Baden-Württemberg kritisiert entschieden den abrupten Stopp der Ausnahmeregelung zur Krankschreibung per Telefon oder Videosprechstunde. Die Entscheidung des G-BA fiel am Freitag gegen die Stimmen der Ärzteschaft. In einem offenen Brief (unten zum Download) wenden sich der KVBW-Vorstand und die Vorsitzenden der KVBW-Vertreterversammlung gemeinsam mit der Landesärztekammer und den ärztlichen Berufsverbänden an Sozialminister Manfred Lucha. „Der Beschluss ist gegenüber den Ärzten, dem Praxispersonal und den Patienten unverantwortlich, denn er zwingt die Patienten zu Praxisbesuchen, die nicht notwendig wären.“

An Minister Lucha geht die Bitte, alle politischen Maßnahmen zu nutzen, um eine Revision dieses Beschlusses durch den Bundesgesundheitsminister zu erreichen.

Verlängert der G-BA doch?

Derweil zeichnet sich ein mögliches Einlenken ab: In einer G-BA-Pressemitteilung vom Montag heißt es:
„Mit hoher Wahrscheinlichkeit werden wir ... eine Verlängerung der Regelung bis zum 4. Mai 2020 mit der Modifikation beschließen, dass eine Arbeitsunfähigkeit aufgrund telefonischer Anamnese nur für die maximale Dauer von einer Woche bescheinigt werden und bei fortdauernder Erkrankung einmal verlängert werden kann.“