Bezug von HPV-Impfstoff seit 1. Juli 2019 über Sprechstundenbedarf

Derzeit eingeschränkte Lieferfähigkeit von Gardasil® 9

Der KVBW ist es gelungen, ab dem 01.07.2019 den Sprechstundenbedarf (SSB) als künftigen Verordnungsweg des Impfstoffes mit den Krankenkassen zu vereinbaren. In der Vergangenheit wurde die Verordnung des HPV-Impfstoffes auf den Namen des Patienten zu Recht kritisiert. Als Abrechnungsziffern werden weiterhin die 89110 A für die ersten Dosen und die 89110 B für die letzte Dosis verwendet. Der Bezug des Impfstoffs über SSB ist zunächst auf drei Jahre befristet.

Eingeschränkte Lieferfähigkeit von Gardasil® 9

Das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) informiert darüber, dass das Präparat Gardasil® 9 in der 10er-Abpackung voraussichtlich erst ab September 2019 wieder lieferfähig ist. In dieser Situation können Sie die 1er-Packungen über den SSB beziehen, auch wenn der Einzelpreis für eine Impfdosis dann höher ist. Bitte beachten Sie, dass die 1er-Dosen nicht zur Bevorratung bezogen werden sollen.

Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt allgemein bei Lieferengpässen, Impfstoffdosen bevorzugt für die Komplettierung begonnener Impfserien einzusetzen, bevor neue Impfserien begonnen werden. Impfungen, die entsprechend der Vorgaben der Schutzimpfungs-Richtlinie und der Fachinformation des Herstellers bis September aufgeschoben werden können, sollten nachrangig behandelt werden.

HPV-Impfung ist Kassenleistung

Seit dem 30.11.2018 ist die HPV-Impfung nicht nur für Mädchen, sondern auch für Jungen eine Pflichtleistung der GKV. Die Impfung gegen HPV sollte vorzugsweise im Alter von neun bis 14 Jahren zulasten der Krankenkassen durchgeführt werden. Nachholimpfungen sind im Alter zwischen 15 und 17 Jahren als Pflichtleistung möglich. Für das Impfschema gelten die Herstellerempfehlungen der jeweiligen Fachinformation. Wird die erste Impfdosis vor dem 18. Geburtstag verabreicht und die Impfserie innerhalb von maximal zwölf Monaten abgeschlossen, sind einzelne Impfungen auch nach dem 18. Geburtstag noch möglich.