AU-Bescheinigung per Telefon auf 14 Tage ausgeweitet

Regelung gilt jetzt auch im Corona-Verdachtsfall bei leichter Symptomatik

Vertragsärzte dürfen Patienten ab sofort bis zu 14 Tage am Telefon krankschreiben. Voraussetzung ist, dass es sich nur um eine leichte Erkrankung der oberen Atemwege handelt. In solchen Fällen ist die telefonische AU jetzt auch möglich, wenn der Verdacht auf eine Infektion mit dem Coronavirus besteht. 

Bisher durften Ärzte nach telefonischer Anamnese eine Arbeits­unfähigkeits­bescheinigung beziehungsweise eine ärztliche Bescheinigung für den Bezug von Krankengeld bei der Erkrankung eines Kindes für bis zu einer Woche ausstellen.

Telefonische AU auch im Verdachtsfall

Jetzt haben KBV und Krankenkassen die bisherige Regelung noch einmal erweitert. Neu neben der längeren Dauer der Krankschreibung von bis zu 14 Tagen ist, dass unter die Regelung jetzt auch Patienten fallen, bei denen ein Infektionsverdacht mit dem Coronavirus besteht. Voraussetzung ist immer, dass es sich um leichte Beschwerden der oberen Atemwege handelt.

Damit können Patienten im Verdachtsfall zu Hause bleiben und müssen nicht wegen der bloßen Attestierung einer Arbeitsunfähigkeit extra in Ihre Praxis kommen. Gleichzeitig soll das Risiko für eine Ausbreitung des Virus reduziert werden.

Die Regelung zur telefonischen AU ist bis zum 23. Juni befristet.

Abrechnung für die Dauer der Ausnahmeregelung:

AU-Bescheinigung per Telefon: Abrechnung

  • Versicherten- bzw. Grundpauschale plus GOP 40122 für das Porto:
    Der Patient war in dem Quartal mindestens einmal in der Praxis oder hatte einen Arzt-Kontakt per Videosprechstunde.
  • GOP 01435 plus GOP 40122 für das Porto:
    Der Patient war in dem Quartal weder in der Praxis noch in einer Videosprechstunde. 

Verwendung der eGK

Auch für die telefonische AU-Bescheinigung benötigen Ärzte für die Abrechnung die Versichertenstammdaten des Patienten. Hierbei gibt es folgende drei Konstellation:

  • Der Patient war in dem Quartal in der Praxis, die eGK wurde eingelesen:
    Die Versichertendaten liegen bereits vor.
  • Der Patient ist der Praxis bekannt, war in dem Quartal aber nicht da:
    Die Praxis übernimmt die Versichertendaten aus der Patientenakte.
  • Der Patient ist unbekannt, er war noch nicht in der Praxis:
    Das Praxispersonal erfragt am Telefon die Versichertendaten und pflegt sie händisch ein:
    • Name des Versicherten
    • Wohnort des Versicherten (PLZ)
    • Geburtsdatum des Versicherten
    • Krankenkasse
    • Versichertenart (Mitglied, Familienversichert, Rentner) 

Alle Regelungen gelten auch für die Ausstellung einer ärztlichen Bescheinigung für den Bezug von Krankengeld bei der Erkrankung eines Kindes (Muster 21).