Änderung der Schutzimpfungs-Richtlinie

Handlungsempfehlungen im Vorfeld der Grippe-Saison 2018/2019

Seit Januar 2018 empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) für die Impfung gegen saisonale Influenza einen tetravalenten Influenzaimpfstoff. Im April 2018 hat der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) die Voraussetzungen dafür geschaffen, dass in Zukunft alle Standard- und Indikationsimpfungen gegen Influenza mit dem tetravalenten Grippeimpfstoff erfolgen können. Der Beschluss des G-BA zur Änderung der Schutzimpfungs-Richtlinie wird nach Veröffentlichung im Bundesanzeiger in Kraft treten, die nach Aussage des G-BA zeitnah erfolgen wird (Hinweis der Redaktion: Diese Änderung der SI-RL ist am 29. Juni 2018 in Kraft getreten: mehr erfahren »).
Erst nach dieser Veröffentlichung ist eine regelhafte Verordnung möglich.

Für viele Praxen stellt sich schon vor Änderung der Schutzimpfungs-Richtlinie die Frage, ob eine Vorbestellung von Grippeimpfstoffen möglich ist. Hierbei muss beachtet werden, dass Grippeimpfungen in Baden-Württemberg sowohl als Pflicht- als auch als Satzungsleistung möglich sind und unterschiedlichen Vorgaben unterliegen.

Die wichtigsten Informationen zusammengefasst:

  • Impfstoffe für die Pflichtleistung werden über den Sprechstundenbedarf bezogen.
  • Für die Pflichtleistung kann in Zukunft der tetravalente Impfstoff verwendet werden.
  • Bestellungen von Impfstoffen für die Pflichtleistung sollten erst dann vorgenommen werden, wenn die Preise für alle verfügbaren tetravalenten Grippeimpfstoffe bekannt sind.
  • Für Impfungen im Rahmen der Satzungsleistung erfolgt die Verordnung auf Namen des Patienten.

Die Gespräche mit den Krankenkassen laufen derzeit noch. Deshalb bitten wir um Ihr Verständnis, dass wir derzeit noch nicht alle Fragen beantworten können. Wir werden Sie an dieser Stelle informieren, wenn weitere Verhandlungsergebnisse vorliegen.

Pflichtleistungen

Bestellungen von Influenzaimpfstoffen im Rahmen von Pflichtleistungen sind als Sprechstundenbedarf (SSB) durchzuführen.
Schutzimpfungen sind dann eine Pflichtleistung der Krankenkassen, wenn sie in der Schutzimpfungs-Richtlinie (SI-RL) des G-BA in Bezug z. B. auf medizinische Notwendigkeit und/oder Altersgruppe als solche dort genannt sind.

Eine Aufstellung der Pflichtleistungen im Sinne der SI-RL finden Sie in unserer FAQ „Influenza-(Grippe-)Impfung: Wie wird verordnet und abgerechnet?“.

Sobald die Änderung der Schutzimpfungs-Richtlinie in Kraft tritt, werden wir unter Aktuelles darüber informieren. Bestellungen sollten erst danach vorgenommen werden.

Beachten Sie bitte zusätzlich:

  • Bislang sind die Preise der Impfstoffe für die kommende Saison noch nicht von allen Anbietern bekannt. Ein Überblick über das komplette Preisspektrum ist jedoch Voraussetzung für eine wirtschaftliche Verordnung (Wirtschaftlichkeitsgebot nach § 12 SGB V).
  • Die verfügbaren Impfstoffe unterscheiden sich in ihrer Indikation (Zulassung für Kinder und Erwachsene oder nur Erwachsene) und ihrer Applikation (Möglichkeit der s. c. Injektion ja/nein).

Satzungsleistungen

Influenzaimpfstoffe im Rahmen von Satzungsleistungen sind auf den Namen des Patienten zu verordnen.

Über die SI-RL hinaus empfiehlt das Sozialministerium in Baden-Württemberg für alle Patienten ohne Einschränkung die Impfung gegen Influenza. Die Krankenkassen folgen dieser Empfehlung durch Kostenübernahme im Rahmen der sogenannten Satzungsleistung. In unseren FAQ informieren wir, welche Patienten Im Rahmen der Satzungsleistung geimpft werden können.

Für Impfungen gegen Influenza als Satzungsleistung gilt entsprechend der Schutzimpfungsvereinbarung, dass eine Einzelverordnung auf Namen des Patienten ausgestellt werden muss. Auch bei der Verordnung dieser Impfstoffe ist das Wirtschaftlichkeitsgebot zu beachten. Der von der KVBW angestrebte Bezugsweg auch über den Sprechstundenbedarf erwies sich als nicht möglich. Grund dafür ist, dass in der Apotheke zwischen Pflicht- und Satzungsleistung unterschieden werden muss, um gesetzlich verpflichtende Herstellerrabatte für die Pflichtleistung gewähren zu können.
Aus den genannten Gründen sollten Sie daher von SSB-Bestellungen für Impfstoffe im Rahmen der Satzungsleistung absehen.

Ausführliche Informationen zur Unterscheidung von Pflicht- und Satzungsleistung sowie Besonderheiten bei anderen Impfungen finden Sie in unseren FAQ.

Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass die KVBW keine Möglichkeiten hat, Ihnen Bestellmengen zuzusichern oder als wirtschaftlich zu bestätigen.

Dokumente zum Download

Externe Links

Direktkontakt

Verordnungsberatung Impfungen, Heil- und Hilfsmittel
0711 7875-3669
  • Mo – Fr: 8 – 16 Uhr