KVBW-Vorstand lehnt Vorschläge der GKV- Vorsitzenden auf Ärztezulassungen auf Zeit ab

Mit deutlichen Worten hat Dr. Norbert Metke, Vorsitzender des Vorstandes der Kassenärztlichen Vereinigung Baden-Württemberg, den Vorschlag der GKV-Vorsitzenden Doris Pfeiffer abgelehnt, künftig Ärztezulassungen nur noch auf Zeit zu vergeben. Metke sagte am Mittwoch in Stuttgart: "Ich kann nicht erkennen, wie dieser Vorschlag einen Beitrag dazu leisten könnte, dem Ärztemangel, auf den wir vor allem auf dem Land zusteuern, zu begegnen. Durch befristete Zulassungen schrecken wir angesichts der für eine Niederlassung erforderlichen hohen Investitionskosten sowohl im haus- als auch im fachärztlichen Bereich potenzielle Interessenten ab und verstärken somit den Mangel an ärztlicher Versorgung drastisch.“ Metke bezeichnete vor allem die fehlende Planungssicherheit des derzeitigen Systems als eines der größten Probleme für die Ärzte. „Ärzte nur noch auf Zeit zulassen zu wollen, ist damit ein weiterer Beitrag für eine drohende Verschlechterung der Versorgung auf dem Land und konterkariert alle Bemühungen der KVen, Kassen und Gemeinden zu einer besseren Patientenversorgung auf dem Land und in den Kleinstädten.“

Metke wandte sich auch gegen die Äußerungen Pfeiffers, wonach der Ärztemangel lediglich eine Frage der Verteilung sei. „Die angebliche Überversorgung, die in den eher städtischen Planungsbezirken ausgewiesen ist, ist nur eine rechnerische Größe, die sich aus einer veralteten Bedarfsplanung ergibt. Schon heute merken wir auch im städtischen Bereich, dass die Wartezeiten vor allem bei den Fachärzten für die Patienten inakzeptabel länger werden. Eine planwirtschaftliche Mengensteuerung des Systems aus Leistungs-, Fallzahl- und Verordnungsbudegetierung macht dem Arzt eine umfassende, Nachfrage orientierte Versorgung zunehmend unmöglich. So bekommen die Ärzte in Baden-Württemberg schon heute zwischen 15 und 30% ihrer Leistungen quasi nicht mehr vergütet.“ Notwendig sei aus seiner Sicht vielmehr eine grundlegende Änderung in der GKV-Systematik. „Planwirtschaftliche Modelle à la Pfeiffer mit Zwangsrekrutierung von Ärzten aufs Land werden zu einer weiteren Abwanderung von Ärzten aus Deutschland insgesamt und aus der Niederlassung führen“, machte der KVBW-Vorsitzende klar. „Wenn wir nicht auf allen Ebenen den Arztberuf attraktiver gestalten, werden wir nicht mehr Nachwuchsärzte dazu bewegen können, sich niederzulassen - schon gar nicht im ländlichen Bereich.“