
VERNETZUNG FÜR WIRKSAMEN KINDERSCHUTZ
2007 wurde vom Bundesfamilienministerium als Antwort auf Fälle von Misshandlungen und Kindstötungen in Deutschland das Aktionsprogramm „Frühe Hilfen für Eltern und Kinder und soziale Frühwarnsysteme" ins Leben gerufen.
Zum Schutz der Kinder ist eine enge Zusammenarbeit von Jugendhilfe und Gesundheitswesen wesentlich. Kinder-, Haus- und Frauenärzte sind oft die ersten und einzigen Fachkräfte, die Kinder im Alter von null bis drei Jahren oder schon während der Schwangerschaft auf ihre gesunde Entwicklung hin untersuchen können.
An der Schnittstelle Jugendhilfe - Gesundheitshilfe setzt das im September 2010 begonnene Projekt bei der KVBW an: Primäres Projektziel ist es, die Zusammenarbeit von Vertragsärzten und Mitarbeitern der Öffentlichen Jugendhilfe sowie anderen Unterstützungsanbietern zu verbessern. Das Projekt wird getragen von der Idee dafür die vorhandene Struktur der ärztlichen Qualitätszirkel zu nutzen. Im Frühjahr 2011 wurden verteilt auf Baden-Württemberg 15 Qualitätszirkel-Moderatoren gemeinsam mit Mitarbeitern von Jugendämtern in Form von Tandems darin geschult, in Qualitätszirkeln Familienfallbesprechungen durchzuführen.
Ziele des Projekts sind im Einzelnen:
- die Kooperation und Kommunikation zwischen Jugendamtsmitarbeitern einerseits und Ärzten sowie Psychotherapeuten andererseits zu verbessern,
- gemeinsame Fälle interdisziplinär zu besprechen,
- die Entwicklung von verbindlichen Kooperationsverfahren zu unterstützen,
- die Gründung neuer interdisziplinärer Qualitätszirkel anzuregen,
- sich zunehmend mit allen regionalen Hilfsangeboten im Bereich Frühe Hilfen zu vernetzen,
- eine Dramaturgie für Qualitätszirkel zur Übertragbarkeit der Familienfallkonferenz in andere Regionen zu erarbeiten und
- eine bei der KVBW abrufbare Übersicht über die Aktivitäten im Rahmen Früher Hilfen in Baden-Württemberg zu erstellen.
Das auf 18 Monate angelegte Projekt wird überwiegend vom Nationalen Zentrum für Frühe Hilfen (NZFH) in Köln finanziert.
Das Programm wird wissenschaftlich begleitet und erfährt sozialpolitisch auf breiter Ebene Unterstützung.
Die Koordination erfolgt durch die Bezirksdirektion Reutlingen.





