FAQ Sprechstundenbedarf

Antworten auf häufige Fragen

Für Patienten der Allgemeinen Ortskrankenkassen (AOK), der Ersatzkrankenkassen, der Landwirtschaftlichen Krankenkasse einschließlich der Krankenkasse für den Gartenbau und der Knappschaft sowie der beigetretenen Betriebs- und Innungskrankenkassen.

Die Kassen werden hier auf der Homepage, über unser Rundschreiben (offizielles Mitteilungsblatt der KV Baden-Württemberg) sowie auf Nachfrage bei den Fachberater(inne)n für Sprechstundenbedarf veröffentlicht.

Aktuell sind alle gesetzlichen Krankenkassen der Sprechstundenbedarfsvereinbarung (SpBV) beigetreten.

Um eine Notfallversorgung auch für diese Patienten zu ermöglichen, müssen Sie die in Frage kommenden Arzneimittel in der Praxis vorrätig haben. Um Mittel nach der Applikation in die Praxis zurück zu führen, müssen die Mittel nachträglich auf Namen des Patienten verordnet werden, jedoch mit der Eintragung „ad manum medici“. Hierdurch wird das Mittel nicht dem Patienten ausgehändigt, sondern zu Ihren Händen.

Dabei können nach § 31 SGB V nur folgende Mittel auf Namen des Patienten verordnet werden:

  • verschreibungspflichtige Arzneimittel,
  • Verbandmittel,
  • Harnteststreifen (für pH-Wert, Glucose und Eiweiß)
  • arzneimittelähnliche Medizinprodukte nach Anlage 12 der Arzneimittelrichtlinien
  • nicht verschreibungspflichtige Arzneimittel für Kinder bis zum 12. Lebensjahr bzw. Jugendliche mit Entwicklungsstörungen bis zum 18. Lebensjahr
  • Nicht verschreibungspflichtige Arzneimittel gem. OTC-Ausnahmeliste (Arzneimittelrichtlinie) für Patienten ab dem 12. bzw. 18. Lebensjahr

Eine Eintragung der Ziffer 9 für SSB auf dem Verordnungsblatt erfolgt trotzdem (Ausfüllanleitung SSB-Rezept)!

Die übrigen Mittel (Medizinprodukte, nicht verschreibungspflichtige Arzneimittel), die Sie nicht auf Namen des Patienten ausstellen dürfen, aber lt. Anlage der Sprechstundenbedarfsvereinbarung für die beigetretenen Krankenkassen über SSB hätten beziehen können, sind auf Privatrezept zu verordnen oder dem Patienten direkt in Rechnung zu stellen (Kostenrückerstattung durch die jeweilige Krankenkasse).

Nein. Ausschlaggebend für die Relevanz der Sprechstundenbedarfsvereinbarung ist der Sitz Ihrer Praxis (Hauptbetriebsstätte in Baden-Württemberg) und die Kassenzugehörigkeit der Patienten.

Die Erstbeschaffung (Grundausstattung) bei Beginn der vertragsärztlichen Tätigkeit (auch bei Praxisübernahme und bei Eintritt/Bildung einer Gemeinschaftspraxis) erfolgt auf eigene Kosten.

Ausnahmen:
Kontrastmittel, Seren und Impfstoffe lt. Schutzimpfungsvereinbarung.

Ab dem ersten Kalendervierteljahr nach Ihrer Erstbeschaffung.

Der SSB sollte für ein Quartal bezogen werden. Wichtig ist vor allem ein Bezug in wirtschaftlichen Mengen.

Ja, auch bei dem Bezug über SSB ist das Wirtschaftlichkeitsgebot zu beachten. Bei Verdacht auf Unwirtschaftlichkeit können die Vertragspartner einen Antrag auf Wirtschaftlichkeitsprüfung stellen. Unterliegt ein Wirkstoff der Festbetragsregelung, wird nur der Festbetrag erstattet. Liegt der Verkaufspreis über dem Festbetrag, ist die Differenz zwischen Festbetrag und Verkaufspreis vom Arzt selbst zu tragen.

Ja, auch im SSB gilt, dass apothekenpflichtige Mittel über die Apotheke zu beziehen sind.

Für alle anderen Mittel sollte der günstigste Bezugsweg (z.B. vom Hersteller) gewählt werden. Im Einzelnen sind dies:

  • Zubereitungen zur Injektion oder Infusion (z.B. Kontrastmittel bei bildgebenden Verfahren, Releasinghormone), die ausschließlich dazu bestimmt sind, die Beschaffenheit, den Zustand oder die Funktion des Körpers erkennen zu lassen;
  • Infusionslösungen in Behältnissen mit mindestens 500 ml, die zum Ersatz oder zur Korrektur von Körperflüssigkeiten bestimmt sind;
  • Nicht-apothekenpflichtige Verbandmittel (z.B. Verbandmittel ohne Wirkstoffzusatz);
  • Nahtmaterial (entspr. Anlage 1 Medizinisch-techn. Mittel);
  • Einmalartikel (soweit in der Anlage 1 genannt).

Informationsstelle über günstige Hersteller für nicht apothekenpflichtige Mittel:
Servicestelle Arzneimittelabrechnung und -prüfung (SARP) bei der AOK
E-Mail-Adresse: sarp@bw.aok.de

Auch bei apothekenpflichtigen Arzneimitteln können sich die Preise je nach Apotheke unterscheiden.

Ja. Bei ausländischen Apotheken sollte jedoch erst nachgefragt werden, wie mit der Krankenkasse abgerechnet werden kann.

Ja, jedoch nur im Rahmen Ihrer Ermächtigung. Wie die niedergelassenen Ärzte müssen auch Sie als ermächtigter Arzt die Erstbeschaffung auf eigene Kosten beziehen.

Auch beim Bezug über die Krankenhausapotheke muss auf Muster 16 verordnet werden.

Ja, jedoch nur im Rahmen des organisierten Bereitschaftsdienstes und nur für GKV-Patienten, sonst nicht.

Nein. Nichtsdestotrotz ist auch hier das Wirtschaftlichkeitsprinzip zu beachten. Beim Verdacht der Unwirtschaftlichkeit können die Vertragspartner einen Antrag auf Wirtschaftlichkeitsprüfung stellen.

Wichtig ist, dass Sie die Ziffer 9 für SSB in das hierfür vorgesehene Kästchen auf dem Verordnungsrezept eintragen – nur so kann sichergestellt werden, dass SSB-Verordnungen nicht in Ihr Ausgabenvolumen einfließen.

Nein, durch die neue Sprechstundenbedarfsvereinbarung ist eine neue Rechtsgrundlage gebildet worden, die ab Bekanntgabe und Inkrafttreten ihre Gültigkeit besitzt.

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Nein, weil sie laut Hersteller nur zur Blutentnahme bestimmt sind und somit mit der Leistung abgegolten sind.

Gaze sind grobmaschige Gewebe aus Cellulose oder Kunstfasern, die mit hydrophoben Fettsalben imprägniert sein können.

Nur Hydrokolloidverbände und zwar nur zur Behandlung im Akutfall. Alle weiteren Verbandstoffe zur feuchten Wundbehandlung und zur Therapie bei chronischen Wunden sind auf den Namen des Patienten zu verordnen.

Wundauflagen auf Basis von Cellulose-Derivaten, Gelatine, Calciumalginaten und/oder Pektinen, z.B. Suprasorb H®, Algoplaque®, Urgotül®, Varihesive E®, Hydrocoll® (nicht abschließend!)
Keine Schaumstoffwundauflagen!

Dauerelastische Binden sind eigentlich auf den Namen des Patienten zu verordnen. Wenn es Produkte gibt, die sich im Preis nicht von den normalen Idealbinden unterscheiden, können diese über SSB verordnet werden.

Wegen der Feststellung, dass Verbandzellstoff leider sehr häufig zweckentfremdet verwendet wurde.

Nein. Es können keine Verbandstoffe mit Aktivkohle über SSB verordnet werden.

Die Wirkstoffliste ist als Positivliste zu verstehen. Sie ist abschließend. Demzufolge können nur diejenigen Wirkstoffe in den hier aufgeführten Indikationsbereichen über SSB bezogen werden.

Die Wirkstoffliste ist alphabetisch nach Indikationsgruppen aufgebaut. Die einzelnen Wirkstoffe innerhalb der Indikationsgruppen sind auch alphabetisch gelistet. Die einzeln gesetzten Kreuzchen geben an, in welcher Darreichungsformen der einzelne Wirkstoff als SSB bezogen werden kann.

  • Parenteral: Unter Umgehung des Verdauungstraktes; z. B. intravenöse, intramuskuläre, intraarterielle, subkutane, intraperitoneale Gabe.
  • Oral: Durch den Mund; z.B. Tabletten, Kapseln, Dragees, Säfte.
  • Rektal: Das Rektum betreffend z.B. Suppositorium (Zäpfchen)
  • Vaginal: Die Scheide (Vagina) betreffend z.B. Ovula, Vaginaltabletten, Suppositorium (Zäpfchen).
  • Inhalativ: Über die Atemwege
  • Externa: Zur äußeren Anwendung z.B. Salben, Creme.

Der Auswahl zugrunde lagen tatsächlich erfolgte Verordnungen über SSB, unabhängig davon, ob sie nach der derzeit gültigen Sprechstundenbedarfsvereinbarung als sprechstundenbedarfkonform oder nicht galten.

Grundsätzlich ja, Sie können aber weiterhin auch den Namen des Fertigarzneimittels auf dem Rezept angeben, vorausgesetzt der enthaltende Wirkstoff ist in der Wirkstoffliste vorhanden. Das Wirtschaftlichkeitsgebot ist zu beachten.

Ja, vorausgesetzt, die Mittel sind sowohl in der Positivliste als auch in Anlage 5 der Arzneimittelrichtlinien enthalten. Das Wirtschaftlichkeitsprinzip ist zu beachten.

Auch für den Bezug über SSB gelten die Arzneimittelrichtlinien. Prinzipiell dürfen also keine nicht verschreibungspflichtigen Arzneimittel oder verschreibungspflichtige Arzneimittel zur Behandlung von sog. Bagatellerkrankungen nach § 34 SGB V bezogen werden. Ausgenommen, deren Wirkstoffe sind in der Wirkstoffliste enthalten.

Insgesamt können bis zu 50 Ampullen pro Arzt und Quartal über SSB bezogen werden. Darüber hinaus können Corticoide in oraler (eine N3-Packung) und rektaler Darreichungsform verordnet werden. Dabei spielt die Trennung zwischen Corticoiden mit oder ohne Depotwirkung keine Rolle mehr.

Orthopäden, Chirurgen, Neurochirurgen und Rheumatologen und Anästhesisten können statt 50 Ampullen, 100 Ampullen pro Arzt und Quartal beziehen. Es dürfen keine Stechampullen verordnet werden.

Insgesamt können bis zu 10 Ampullen à 1,5 mg pro Arzt und Quartal über SSB bezogen werden.

Es dürfen keine Stechampullen verordnet werden.

Nur die in der Wirkstoffliste prozentual angegebenen Wirkstärken dürfen über SSB bezogen werden, keine weiteren.

Nein. Über SSB bezogene Desinfektionsmittel dürfen nur zur Anwendung am Patienten und ausschließlich zur Desinfektion der Haut, Schleimhaut und Wunden verwendet werden. Um Missverständnisse zu vermeiden, sollten Sie auf Produkte zurückgreifen, deren Anwendung laut Produktbeschreibung nur für die Desinfektion von Haut, Schleimhaut und von Wunden vorgesehen ist.

Es können nur die in Deutschland im Handel befindlichen Arzneimittel (in Form von Globuli) über SSB bezogen werden. Importe werden von den Kostenträgern des Sprechstundenbedarfs nicht übernommen.

Siehe hierzu auch Verordnungsforum Nr. 14 (Seite 17).

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Nein. Arzneimittelkombinationen müssen in der Anlage 1 der Sprechstundenbedarfsvereinbarung ausdrücklich als Kombination (mit +) genannt sein.

Einzeln gelistete Wirkstoffe können nicht als Kombinationspräparat verordnet werden.

Siehe hierzu auch Verordnungsforum Nr. 14 (Seite 17).

Nein, auch nicht mit Mengenbegrenzung.

Von den Kostenträgern wird dies mit folgenden Argumenten begründet:

  • deutlich höhere Kosten als bei Adrenalin-Ampullen
  • relativ kurze Haltbarkeit der Autoinjektoren (20-24 Monate)
  • die zusätzliche Zeit für das Öffnen einer Glasampulle und das Aufziehen der Spritze sei nicht ausschlaggebend, da der Wirkeintritt nach i.v.-Applikation rascher ist
  • auf dem Markt befindet sich eine Ampulle, die laut Fachinformation auch unverdünnt intramuskulär verabreicht werden darf.

Wenn ein Autoinjektor im Notfall eingesetzt werden muss, kann dieser nachträglich auf Namen des Patienten verordnet werden. Nicht genutzte Autoinjektoren bleiben also Sache des Arztes.

Die parenterale Darreichungsform des Arzneimittels ist nur angezeigt, wenn ein besonders rascher Wirkungseintritt benötigt wird oder eine orale Einnahme bzw. die Gabe als Zäpfchen nicht möglich ist. Die Behandlung sollte im Rahmen des Sprechstundenbedarfs auch nur als einmalige Injektion zur Therapieeinleitung erfolgen.

Letzte Aktualisierung: 08.08.2017