Arzneimittel

Rational und wirtschaftlich verordnen

Steigende Arzneimittelausgaben, komplizierte Rezeptvordrucke, Nachforderungen – diese Themen verunsichern Niedergelassene. Die gesetzlichen Vorgaben und Richtlinien zu kennen und die jeweils aktuelle wissen­schaftliche Daten­lage bei der Verordnung von Arzneimitteln zu beachten, ist der Schlüssel für einen unbelasteten Arbeitsalltag.

Ende der Richtgrößen: Angstfrei verordnen

Die bisherigen Richtgrößen sorgten bei vielen Ärzten für Angst vor Regressen. Jetzt hat der Gesetz­geber die Chance für passgenauere regionale Lösungen eröffnet. Die KVBW geht ab 2017 zunächst im Bereich Arzneimittel mit praxis­individuellen Richtwerten neue Wege. Alles Wichtige dazu lesen Sie unter Richtwerte.

Korrektes Ausstellen des Arzneiverordnungsblattes Muster 16

  • nur Rezeptvordrucke mit eigener Betriebs­stätten­nummer (Neubeschaffung Muster 16: Kohlhammer Verlag)
  • höchstens drei Arzneimittel oder Hilfsmittel pro Rezept, maximal eine Rezeptur
  • keine Mischrezepte: Arzneimittel und Hilfsmittel separat verordnen
  • wichtige Punkte beim Ausstellen von Rezepten: Muster 16 Ausfüllhilfe

Ist das gewählte Arzneimittel verordnungsfähig?

Die Arzneimittel-Richtlinie (AM-RL) schließt Präparate aus der Verordnungs­­fähigkeit für gesetzlich Versichterte aus. Vorsicht ist geboten, wenn es zu verschreibungs­­pflichtigen Arzneimitteln frei verkäufliche Alternativen gibt. Mehr dazu unter: Arzneimittel-Richtlinie. Bei fiktiv zugelassenen Arzneimitteln droht Nachforderung.

Arzneiverordnungen für längere Auslandsaufenthalte

An Vertragsärzte wird regelmäßig in der Urlaubszeit der Wunsch herangetragen, Arzneimittel für einen mehrmonatigen Auslandsaufenthalt zu verordnen.

Was Sie wissen müssen

  • Verordnung eines Quartalsbedarfs ist üblich und unkritisch
  • Verordnung für mehrmonatige Auslandsaufenthalte über einen Quartalsbedarf hinaus ist nicht zulässig (laut § 16 SGB V ruht Leistungsanspruch für gesetzlich Versicherte, wenn sie sich im Ausland aufhalten)
  • keine Verordnung von Arzneimitteln mit dem Zusatz „Urlaubsbedarf“
  • nur in begründeten Einzelfällen unter Beachtung des Wirtschaftlichkeitsgebotes ist auch eine länger reichende Verordnungsmenge möglich (maximal sechs Monate)
  • Patienteninformation aus unserer Flyer-Serie „Wissenswertes für Patienten“

Anzeigepflicht für Arzneimittelherstellung

Sofern Sie selbst Arzneimittel für Ihre Patienten herstellen, sind Sie verpflichtet, das dem zuständigen Regierungspräsidium anzuzeigen:

Regierungspräsidium Freiburg

Referat 25 - Pharmazie
Bissierstr. 7
79114 Freiburg

Regierungspräsidium Karlsruhe

Referat 25 - Pharmazie
Markgrafstr. 46
76133 Karlsruhe

Regierungspräsidium Stuttgart

Referat 102 - Pharmazie
Ruppmannstr. 21
70565 Stuttgart

Regierungspräsidium Tübingen

Referat 25 - Pharmazie
Konrad- Adenauer-Str. 20
72072 Tübingen

Ein formloses Anschreiben an die Behörde mit summarischer Beschreibung der in der Arztpraxis durchgeführten Herstellungstätigkeit (bzw. Testungen) genügt. Näheres erfahren Sie bei der Ärztekammer.

Informationen der AG Arzneimittelvereinbarung

Um die wirtschaftliche Verordnungsweise zu sichern, informieren wir an dieser Stelle gemeinsam mit den Krankenkassen und ihren Verbänden über preisgünstige verordnungsfähige Arzneimittel und Bezugsquellen und geben Hinweise zu Indikation und therapeutischem Nutzen.

Off-Label-Verordnung

Gelegentlich kommt es vor, dass Patienten dringend bestimmte Arzneimittel benötigen, die für die betreffende Erkrankung jedoch nicht zugelassen sind (Off-Label-Use).

Bedingungen für Off-Label-Verordnung

  1. schwerwiegende (lebensbedrohliche oder die Lebensqualität auf Dauer nachhaltig beeinträchtigende) Erkrankung
  2. keine andere Therapie verfügbar
  3. begründete Aussicht, dass mit dem betreffenden Präparat ein Behandlungserfolg erzielt werden kann (mindestens Ergebnisse einer Phase-III-Studie oder vergleichbar)

Möglichkeiten für Off-Label-Verordnung

  • Off-Label-Verordnung als Privatrezept
  • Antrag auf Vorabprüfung der Leistungspflicht bei der Krankenkasse

Hilfestellung gibt ein Artikel aus unserer Publikation Verordnungsforum.

T-Rezept

Die Therapie mit Thalidomid, Lenalidomid und Pomalidomid unterliegt aufgrund des hohen teratogenen Gefährdungspotenzials beider Wirkstoffe strengen Sicherheitsauflagen. Nach den gesetzlichen Vorgaben dürfen Sie die Arzneimittel nur auf dem amtlichen, nummerierten, zweiteiligen Sonderrezept, dem sogenannten T-Rezept, verordnen. T-Rezepte müssen beim Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) vom einzelnen Arzt persönlich angefordert werden.

Bitte achten Sie darauf, dass die Kreuze (Nr. 1, 2, 3 für „in label“ bzw. Nr. 1, 2, 4 für „off label“) korrekt in den zugehörigen Kästchen eingedruckt und nicht verrutscht sind.

Verschreibungsfrei versus verschreibungspflichtig

Unsere Übersicht Verschreibungsfrei vs. verschreibungspflichtig zeigt Ihnen, für welche Wirkstoffe und Wirkstoffklassen sowohl verschreibungsfreie (Ap) als auch verschreibungspflichtige (Rp) Medikamente existieren und welche Kriterien jeweils für die korrekte Arzneimittelauswahl maßgeblich sind. Die Kosten für Arzneimittel, die auf grünem Rezept verordnet werden, fließen nicht in Ihr Verordnungsvolumen ein.

Grüne Rezepte nachbestellen

Das grüne Rezept für nicht verordnungsfähige nicht verschreibungspflichtige Arzneimittel können Vertragsärzte kostenlos über die Online-Plattform Pro Grünes Rezept beziehen: Pro Grünes Rezept: (Nach-)Bestellung

Antibiotika: Interaktionen

Unsere Übersicht stellt Gesichtspunkte tabellarisch dar, die für die Verordnung antibakterieller Mittel in der ambulanten Therapie häufiger bakterieller Infektionen (zum Beispiel der Atemwege und der Harnwege) bei Erwachsenen eine Rolle spielen. Dazu gehören relevante unerwünschte Wirkungen aufgrund von Interaktionen sowie therapeutische Konsequenzen. Die Tabelle erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Für die Auswahl werden vielmehr Häufigkeit, Gefährlichkeit und der gegebenenfalls noch unzureichende Bekanntheitsgrad der Neben- und Wechselwirkungen herangezogen.

Arzneimittel in Schwangerschaft und Stillzeit

So gut wie kein Arzneimittel ist für die Versorgung von Schwangeren oder stillenden Müttern zugelassen. Doch die werdende oder stillende Mutter muss behandelt und versorgt werden, ohne das Kind zu schädigen. Mit einer Sonderausgabe unserer Publikation Verordnungsforum stellen wir Ihnen eine praktische Hilfe für den Praxisalltag in übersichtlicher Form zur Verfügung.

Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie (Charité Berlin)

Das Berliner Zentrum unter der Leitung von Prof. Dr. med. Christof Schaefer informiert insbesondere bei Fragen zur Medikation vorbestehender bekannter chronischer Erkrankungen während Schwangerschaft und Stillzeit.

Zentrum für Embryonaltoxikologie
Telefon:030 450-525700
Fax:030 450-525902
E-Mail:christof.schaefer@charite.de
Internet:www.embryotox.de

Institut für Reproduktionstoxikologie

Das Ravensburger Institut unter der Leitung von Dr. med. Wolfgang Paulus gibt Auskunft insbesondere bei Fragen zu einer eventuellen Schädigung des Kindes durch eine in Unkenntnis einer vorliegenden Schwangerschaft erfolgte Arzneimittelanwendung.

Institut für Reproduktionstoxikologie
Telefon:0751 872799
Fax:0751 872798
E-Mail:paulus@reprotox.de
Internet:www.reprotox.de

Arzneimittel-Infoservice (AIS) der KBV

Mit dem Arzneimittel-Infoservice (AIS) immer gut informiert: Hier erhalten Vertragsärzte, Mitarbeiter der Kassenärztlichen Vereinigungen und andere Interessierte praxisrelevante Informationen rund um das Thema Arzneimittel.

Schwerpunkt ist die frühe Nutzenbewertung: Seit 2011 werden neue Arzneimittel dahingehend überprüft, ob sie besser sind als herkömmliche Medikamente. Im AIS informiert die KBV über die Ergebnisse der Nutzenbewertung. Ärzte erhalten Hinweise zu den Anforderungen an eine qualitätsgesicherte Anwendung und erfahren, ob die bewerteten Wirkstoffe bei Wirtschaftlichkeits­prüfungen als Praxisbesonderheiten anerkannt sind.

Des Weiteren wird die Arzneimittel-Richtlinie beschrieben – und deren Relevanz für die vertragsärztliche Versorgung. Ebenfalls ein Thema: Hinweise zur Arzneimittel­therapie­sicherheit und Informationen zur Verordnungs­steuerung.

Pharmakotherapie-Beratung der Uniklinik Tübingen

Um Ärzte in der Praxis in wissenschaftlichen Fragen der Arzneimitteltherapie zu unterstützen, bietet die Abteilung Klinische Pharmakologie am Institut für Experimentelle und Klinische Pharmakologie und Toxikologie des Universitätsklinikums Tübingen in Kooperation mit der KVBW einen Pharmakotherapie-Beratungsdienst an.

Für Fragen zu allen Gebieten der Pharmakotherapie, insbesondere Fragen zu Indikation, Wirkungsweise, Nebenwirkungen und Interaktionen von Fertigarzneimitteln, Wirksubstanzen und Hilfsstoffen, Dosierung von Arzneimitteln oder zur Wirksamkeit bestimmter Pharmakotherapien und ihrer Evidenz können alle Vertragsärzte der KVBW diesen Beratungsdienst kostenfrei nutzen. Sie erhalten in der Regel eine schriftliche Stellungnahme der Abteilung Klinische Pharmakologie.

Pharmakotherapie-Beratungsdienst für Vertragsärzte:
Telefon:07071 29-74923
Fax:07071 29-5035
E-Mail:arzneimittelinfo@med.uni-tuebingen.de

Direktanfragen von Patienten können nicht beantwortet werden, sondern nur als Anfragen über den behandelnden Arzt an den Beratungsdienst erfolgen.

Arzneimittelberatung der KVBW

Sie sind sich nicht sicher, ob Sie ein Medikament zu Lasten der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) verordnen dürfen? Dann fragen Sie uns: Ärzte, Apotheker und spezialisierte Mitarbeiter der KVBW beraten Sie verlässlich zu allen Fragen der wirtschaftlichen Verordnung für Patienten.

Leitsubstanzen

Die KVBW hat mit den Krankenkassen Leitsubstanzen vereinbart. Wenn Sie sich an diesen orientieren, ist dies eine Möglichkeit der wirtschaftlichen Verordnung und schützt vor Nachforderungen. Weitere Informationen unter Zielvereinbarungen.

Aktuelle Neuerungen zu Verordnungsfragen finden Sie in unseren Nachrichten unter Allgemeines & Aktuelles. Weitere Informationen finden Sie außerdem in unserer Publikation Verordnungsforum.

Letzte Aktualisierung: 27.04.2017
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