Telematikinfrastruktur & E-Health

Digitale Vernetzung und Anwendungen im Gesundheitswesen

Am 29. Dezember 2015 ist das „Gesetz für sichere digitale Kommunikation und Anwendungen im Gesundheitswesen“ (E-Health-Gesetz) in Kraft getreten. Ziel des Gesetzes ist es, eine digitale Informations- und Kommunikationsstruktur im Gesundheitswesen zu etablieren und dadurch die Wirtschaftlichkeit und Qualität der Versorgung weiter zu verbessern.

Künftig sollen Praxen, Krankenhäuser, Apotheken und weitere Akteure des Gesundheitssystems durch die Telematikinfrastruktur (TI), eine digitale Plattform für den Datenaustausch, miteinander vernetzt sein. Hierfür gibt das E-Health-Gesetz einen konkreten Fahrplan mit Fristen vor. Die Anwendungsmöglichkeiten der elektronischen Gesundheitskarte (eGK) und der Telemedizin werden damit weiter ausgebaut.

Einführung der Telematikinfrastruktur

Die bundesweite Telematikinfrastruktur (TI) wird schrittweise ausgerollt. Als erste Funktion der elektronischen Gesundheitskarte (eGK) startet das Versicherten­stammdaten­management (VSDM), d. h. die automatische Online-Prüfung der Daten auf der Versichertenkarte. Ab 1. Januar 2019 ist das VSDM für Vertragsärzte und -psychotherapeuten (beim ersten Patientenkontakt im Quartal) gesetzlich verpflichtend.

Für das VSDM sind verschiedene technische Komponenten (Konnektoren, Kartenterminals) erforderlich. Die Betreibergesellschaft gematik hat bereits erste Komponenten zertifiziert. Zur Refinanzierung der Kosten und zur Vergütung haben die KBV und der GKV-Spitzenverband eine Finanzierungs­vereinbarung geschlossen. Mehr dazu erfahren Sie auf der Seite der KBV.

Die Erstattung der Pauschalen wird die KVBW als bürokratiearmes Verfahren im Rahmen der Quartsalsabrechnung durchführen.

Erste Komponenten sind zugelassen – Praxisausweis (SMC-B-Karte) noch nicht verfügbar

Die gematik hat am 11. November 2017 die ersten TI-Komponenten der Industrie für den Einsatz in den Praxen freigegeben. Es fehlt jedoch noch der Praxisausweis SMC-B als zwingende Voraussetzung für die Installation. Ohne SMC-B kann keine Installation in den Praxen stattfinden. Bisher hat die Bundesdruckerei als erster Anbieter und Herausgeber der Praxisausweise nur die Zulassung für Zahnarzt­praxen erhalten. Die Zulassung für Arzt- und Psychotherapeutenpraxen folgt in Kürze.

Für die Anbindung der Praxen an die TI sind mehrere Komponenten als Basis­ausstattung erforderlich. Welche Produkte und Dienste von der gematik bereits zugelassen sind, zeigt die laufend aktualisierte Übersicht der KBV: Technische Ausstattung für die TI.

Informationen zum Download

Was bedeutet die Verfügbarkeit erster Komponenten für die Praxen?

Erster Ansprechpartner für die Ausstattung der Praxis ist Ihr Vertriebspartner vor Ort bzw. der Anbieter der PVS-Lösung, welche Sie in Ihrer Praxis einsetzen. Die für die Ausstattung der Praxen benötigten Komponenten werden von unterschiedlichen Herstellern zu unterschiedlichen Preisen angeboten. Einige Komponenten werden derzeit noch entwickelt, andere befinden sich schon in der Zertifizierung oder sind bereits zugelassen. Erst im 2. Quartal 2018 wird es einen Überblick über den kompletten Markt geben, und es kann flächendeckend mit der Ausstattung der Praxen begonnen werden. Auch aus diesem Grund wurde die Frist für die Ausstattung der Praxen bis zum 31. Dezember 2018 verlängert.

Technische Ausstattung: Was Praxen benötigen

Um die Telematikinfrastruktur (TI) nutzen zu können, benötigen Vertragsärzte und Vertragspsychotherapeuten verschiedene Komponenten und Dienste:

Der Zugang zur TI erfolgt über einen Konnektor – ähnlich einem DSL-Router, allerdings auf einem deutlich höheren Sicherheitsniveau. Der Konnektor ist mit den stationären Kartenterminals der Praxis sowie dem Praxisverwaltungssystem per Netzwerk verbunden. Er enthält auch das notwendige Modul für das Versichertenstammdatenmanagement.

Mit den Kartenterminals (Lesegeräten) werden die elektronische Gesundheitskarte (eGK), der elektronische Heilberufsausweis (eHBA) und die Praxis- beziehungsweise Institutionskarte Security Module Card Typ B (SMC-B) eingelesen. Nur wenn die Praxis mittels SMC-B registriert ist, kann der Konnektor eine Verbindung zur TI aufbauen.

Mobile Kartenterminals ermöglichen den Vertragsärzten, zum Beispiel bei Hausbesuchen abrechnungsrelevante Versichertenstammdaten zu lesen und zwischenzuspeichern. Für den Betrieb eines mobilen Kartenterminals wird eine SMC-B oder ein eHBA zur Identifikation benötigt.

Für den Zugang zur TI wird ferner ein sogenannter VPN-Zugangsdienst benötigt, der von einem speziellen Dienstleister bereitgestellt wird.

Auch das Praxisverwaltungssystem (PVS) muss angepasst werden, damit das Auslesen und gegebenenfalls Aktualisieren der Versichertendaten auf der eGK möglich ist.

Wesentliche Punkte des E-Health-Gesetzes:

  • elektronischer Arztausweis / elektronischer Heilberufsausweis (eHBA)
  • Medikationsplan
  • Versichertenstammdaten-Management (VSDM)
  • telemedizinische Anwendungen
  • elektronischer Arztbrief
  • Notfalldatenmanagement
  • elektronische Patientenakte

Weiterführende Informationen zu den einzelnen Punkten finden Sie auf der KBV-Homepage:

Letzte Aktualisierung: 16.11.2017