Vertreter

Kollegiale und persönliche Vertretung bei Abwesenheit

Zum Versorgungsauftrag gehört, bei eigener Abwesenheit die Patientenversorgung zu regeln, entweder durch einen Vertreter in der eigenen Praxis oder in Absprache mit einer Praxis gleicher Fachrichtung aus der Nähe (kollegiale Vertretung). Bitte denken Sie bei Ihrer Urlaubsplanung daran, rechtzeitig eine Urlaubsvertretung zu organisieren. Bitte beachten Sie, dass der zu vertretende Vertragsarzt während der Zeit der Vertetung nicht in seiner eigenen Praxis tätig werden darf.

Wird die Praxis tageweise geschlossen, müssen Ihre Patienten wissen, an wen Sie sich wenden können. Ein pauschaler Verweis auf die umliegenden Ärzte oder das Krankenhaus genügt nicht. Gerne unterstützen wir Sie bei der Suche nach einem geeigneten Vertreter. Bitte wenden Sie sich dazu an die Ansprechpartner rechts unter Direktkontakte.

Anzeige- und Genehmigungspflicht:

  • Ab dem achten Kalendertag der Abwesenheit ist diese gegenüber der KVBW anzuzeigen: Urlaubsmeldung/Abwesenheitsmeldung/Vertretermeldung.
  • Ab einem Abwesenheitszeitraum von mehr als drei Monaten (65 Arbeitstagen) innerhalb von zwölf Monaten ist eine Genehmigung durch die KVBW erforderlich Genehmigungsantrag Vertreter.
  • Bis zu zwölf Monate nach einer Entbindung sind genehmigungsfrei.
  • Stundenweise Vertretungen zählen als ganze Tage.
  • Vertretungszeiten und Namen der Vertreter sind immer in der Sammelerklärung anzugeben.

Vertretungsgründe sind:

  • Urlaub
  • Krankheit
  • Fortbildung
  • Teilnahme an einer Wehrübung
  • Pflege naher Angehöriger
  • Entbindung

Vertretung von angestellten Ärzten (§ 32 b Abs. 6 Ärzte-ZV)

Seit Inkrafttreten des Versorgungsstärkungsgesetzes (GKV-VSG) zum 17. Juli 2015 ist die Beschäftigung eines Vertreters für einen angestellten Arzt bei

  • Freistellung
  • Kündigung
  • Tod
  • anderen Gründen (z. B. Aufhebungsvertrag)

für die Dauer von sechs Monaten zulässig. Hat der angestellte Arzt einen gesetzlichen Anspruch auf Freistellung, ist eine Vertretung für die Dauer der Freistellung zulässig.

Die Vertretung nach § 32 b Abs. 6 Ärzte-ZV ist grundsätzlich genehmigungsfrei. Sie sind jedoch verpflichtet, die Beschäftigung eines Vertreters für einen angestellten Arzt gegenüber der KV Baden-Württemberg schriftlich anzuzeigen. Gerne können Sie hierfür unser Formular Urlaubsmeldung/Abwesenheitsmeldung/Vertretermeldung nutzen.

Die Abrechnung der Leistungen erfolgt über die LANR des Vertreters. Sollte der Vertreter Ihrer Wahl über keine LANR verfügen, besteht die Möglichkeit einer Eintragung ins Arztregister.

Keine Vertretung im Sinne der Richtlinie

Es gilt nicht als Vertretung, wenn Sie außerhalb Ihrer Sprech­stunden, beispielsweise am Mittwoch­nachmittag oder über die Mittags­zeit Ihre Patienten für Notfall­behandlungen an einen Kollegen verweisen, mit dem Sie das so abgesprochen haben. Das müssen Sie der KV nicht mitteilen. Falls in einer fachgleichen Berufs­ausübungs­gemeinschaft die BAG-Partner gegenseitig die Patienten eines abwesenden BAG-Partners behandeln, gilt das ebenfalls nicht als Vertretung.

Ein Vertragsarzt darf sich grundsätzlich nur von einem Kollegen mit abgeschlossener Weiterbildung im selben Fachgebiet vertreten lassen, für das er selbst zugelassen ist (Ausnahmen im letzten Weiter­bildungsabschnitt siehe Vertreterrichtlinie). Ein persönlicher Vertreter darf nur Leistungen abrechnen, für die der Arzt, den er vertritt, qualifiziert ist. Bei Genehmigungspflichtigen Leistungen muss auch der Vertreter die entsprechende Qualifikation besitzen.

Die Vertreter­richtlinie der KVBW gilt grundsätzlich auch für Vertragspsychotherapeuten, eingeschränkt dadurch, dass eine Vertretung bei probatorischen Sitzungen und bei der genehmigten Psycho­therapie nicht statthaft ist. Aber es ist den Patienten in jedem Fall bekannt zu geben, an wen bzw. wohin sie sich im Notfall wenden können.

Näheres entnehmen Sie der Vertreterrichtlinie, § 32 Ärzte-ZV sowie unserem Merkblatt zur Vertretung oder unserem FAQ-Katalog.

Qualifikation prüfen

Vertreter im Sinne des Vertrags­arztrechts (§ 32 Ärzte-ZV) üben in Ihrem Namen, in Ihrer Praxis und unter Ihrer LANR die vertrags­ärztliche Tätigkeit weiter aus. Prüfen Sie die Qualifikation Ihres Vertreters, für dessen Leistungen Sie als Praxis­inhaber haften! Sie haben die Pflicht, sich zu vergewissern, dass der Vertreter fachlich und persönlich geeignet ist. Lassen Sie sich Approbations­urkunde, Facharzt­anerkennung und gegebenenfalls weitere Qualifikations­nachweise vorlegen.

Praxisfortführung bei Tod („Witwenquartal”)

Bei Tod eines Niedergelassenen genehmigt die KVBW für bis zu zwei Quartale einen Praxisvertreter, der die Praxis des Verstorbenen weiterführt. Dazu stellen die Erben einen Genehmigungsantrag Praxisfortführung.

Wenn der Praxisinhaber plötzlich stirbt oder seinen Beruf vorübergehend oder gar dauerhaft wegen Krankheit nicht mehr ausüben kann, unterstützt die KVBW die Angehörigen mit DocLineBW, der Anlaufstelle in existenziellen Krisensituationen.

Vertreter gesucht: Wir brauchen Ihre Unterstützung!

In vielen Bereichen der ambulanten Versorgung gibt es mittlerweile Versorgungs­engpässe. Wir suchen deshalb Ärzte jeder Fach­richtung als Vertreter in Arztpraxen zur Sicherstellung der ambulanten ärztlichen Versorgung oder für die Vertretung bei individuellen Notsituationen (Erkrankung von Kollegen etc.).

Sie sind

  • ehemaliger Vertragsarzt
  • angestellter Arzt in einem Krankenhaus oder einer Rehaklinik
  • Privatarzt
  • Arzt ohne Beschäftigung
    und an einer Nebenbeschäftigung interessiert? Dann melden Sie sich für unsere Vertreterbörse.

Vertreter im Notfalldienst

Sie möchten freiwillig am ärztlichen Notfall- und Bereitschaftsdienst in Baden-Württemberg teilnehmen? Ärzte, die nicht zum Notfalldienst verpflichtet sind, können auf selbstständiger Basis Dienste übernehmen. Informationen und Formulare zur Teilnahme am Pool selbstständiger Vertreter finden Sie unter Poolärzte.

Letzte Aktualisierung: 23.12.2016