Famulatur

Praktikum in der Vertragsarztpraxis

Die Famulatur ist Bestandteil der ärztlichen Ausbildung. Sie hat den Zweck, die Studierenden mit der ärztlichen Tätigkeit im ambulanten und stationären Bereich vertraut zu machen. Zwei der vier Monatsabschnitte können die Studenten in der ambulanten Versorgung ableisten, wovon ein Monat in einer Hausarztpraxis zu absolvieren ist.

Famulaturen bieten eine hervorragende Gelegenheit, die ambulante Versorgung und den Praxisalltag kennen zu lernen. Die KVBW unterstützt Vertragsarztpraxen, die einen Famulus beschäftigen:

  • 160 Euro für einen Monat
  • 320 Euro für zwei Monate

Der Zuschuss ist als Taschengeld für den Famulus gedacht. Bitte stellen Sie den Antrag zur Gewährung des Zuschusses grundsätzlich nach Ende der Famulatur, jedoch spätestens bis zum Ende des Kalenderjahres bei der KVBW.

Theoretisch kann jeder niedergelassene Arzt eine Famulatur anbieten, und Studierende können in jeder Praxis anfragen, ob sie dort betreut werden können.

Nach Beendigung der Famulatur muss der ausbildende Arzt ein Zeugnis (Mustervorlage) ausstellen.

Klare Vereinbarungen

Die Famulatur ist Teil des medizinischen Studiums. Es handelt sich also nicht um ein Arbeitsverhältnis zwischen dem niedergelassenen Arzt (oder den niedergelassenen Ärzten in einer Gemeinschaftspraxis) und dem Famulus. Eine klare Absprache zwischen dem aufnehmenden Arzt und dem Famulus ist dennoch sinnvoll, damit beide ihr Einverständnis zur Famulatur nicht unter falschen Voraussetzungen geben.

Praxisinhaber und Famulus sollten schriftlich Art und Zeit der Tätigkeit in der Praxis vereinbaren, die Teilnahme an Hausbesuchen sowie Tätigwerden bei Notfällen (gegebenenfalls bei Nacht). In der Regel nimmt der Famulus an den normalen Sprechstunden und den erforderlichen Hausbesuchen teil. Ist ein Famulus beim ärztlichen Gespräch anwesend, muss zuvor das Einverständnis des Patienten eingeholt werden.

Da sich der Famulus in der Ausbildung befindet, ist die Zahlung einer Vergütung nicht zwingend. Diese Frage sollte jedoch vor der festen Zusage beider Seiten zur Beschäftigung eines Famulus geklärt werden, um spätere Misshelligkeiten auszuschließen. Wird eine Vergütung gewährt, ist nach Auskunft der Finanzbehörden eine Lohnsteuerkarte erforderlich.

Da der Famulus während des Studiums gesetzlich gegen Krankheit versichert ist, erübrigt sich der Abschluss einer besonderen Krankenversicherung für die Zeit der Famulatur. Während seiner Tätigkeit in einer Praxis gilt der Famulus als Hilfskraft des Praxisinhabers. Er ist daher durch die Berufsgenossenschaft gegen Berufskrankheiten und Berufsunfälle versichert. Da die Anmeldung bei der Berufsgenossenschaft rückwirkend erfolgt, ist eine vorsorgliche Information nicht erforderlich. Der Famulus gehört zum ärztlichen Hilfspersonal  und ist im Rahmen der vom Arzt abgeschlossenen Haftpflichtversicherung abgesichert.

Famulaturplatz online suchen und finden

Medizinstudenten, die ihre Famulatur in einer Arztpraxis in Baden-Württemberg machen möchten, können in unserer Famulaturbörse nach freien Plätzen suchen.

Ärzte, die in Baden-Württemberg einen Famulaturplatz anbieten möchten, können neben der bundesweiten Famulaturbörse der Aktion "Lass Dich nieder" auch die KVBW-Famulaturbörse nutzen.

Letzte Aktualisierung: 17.06.2015