FAQ Psychotherapie-Reform

Antworten auf häufige Fragen

Das Datum des Anerkennungsbescheides (vom Patienten genannt oder gezeigt) oder hilfsweise das Datum der Antragstellung plus drei Wochen.

Akutbehandlung ist eine zeitnahe, psychotherapeutische Intervention zur kurzfristigen Verbesserung der Symptomatik und strebt keine umfassende Bearbeitung der zugrundeliegenden ätiopathogenetischen Einflussfaktoren an.

Die Psychotherapie-Richtlinie sieht vor, dass der Konsiliarbericht vor einer Kurz- oder Langzeittherapie spätestens nach den probatorischen Sitzungen eingeholt wird. Soll nach der Akutbehandlung eine Kurz- oder Langzeittherapie eingeleitet werden, finden zunächst probatorische Sitzungen statt. 

Dementsprechend kann eine Akutbehandlung auch begonnen werden, wenn im Einzelfall der Konsiliarbericht noch nicht vorliegt, aber zeitnah eingeholt wird. Patienten sollten zudem bereits im Rahmen der Psycho­therapeutischen Sprechstunde an einen Konsiliararzt überwiesen werden, wenn eine weitere Behandlung geplant ist.

Die Akutbehandlung dient der Symptomreduktion bei akuten Krisen und soll Patienten auf eine anschließende Therapie oder andere Maßnahmen vorbereiten. Jedem Versicherten stehen dafür pro Krankheitsfall – also dem ersten Quartal der Akutbehandlung und den drei darauf folgenden in derselben Praxis und zulasten derselben Krankenkasse – 24 Behandlungseinheiten mit 25-minütiger Dauer zur Verfügung. 

Der Beginn einer Akutbehandlung muss gegenüber der Krankenkasse lediglich auf dem Formblatt PTV 12 angezeigt werden, sie kann danach direkt beginnen.

Beim Antragsverfahren gibt es eine Besonderheit: Auf dem PTV 2 geben Sie die bereits durchgeführten Therapieeinheiten (vollendete 50 Minuten) der Akutbehandlung an. Der Grund ist, dass die Stunden der Akutbehandlung mit den Stunden der Kurz- oder Langzeittherapie zu verrechnen sind. Ansonsten läuft das Antragsverfahren genauso ab.

Auch hier sind zunächst mindestens zwei probatorische Sitzungen nötig. Im Rahmen der probatorischen Sitzungen kann der Antrag auf Kurz- oder Langzeittherapie gestellt werden, sobald der Termin für die zweite Sitzung feststeht.

Die Abrechnung darf insgesamt das genehmigte Kontingent nicht überschreiten. Es bleibt dem Therapeuten die Wahl, entweder eine zusätzliche GOP 35152 durchzuführen oder hierauf zu verzichten und dann eine Einheit weniger KZT/LZT abzurechnen.

Bei Therapeutenwechsel kann neu begonnen werden, entweder mit Akutbehandlung oder Probatorik (Psychotherapeutische Sprechstunde muss nicht beim selben Therapeuten stattgefunden haben). Die bisher erfolgte Akutbehandlung bei einem Kollegen bleibt unberücksichtigt.

Sofern keine „Rezidivprophylaxe“ angezeigt wurde, ist grundsätzlich ein neuer Antrag zu stellen (ggf. Einzelfallentscheidung der Krankenkasse.) Eine notwendige erneute Therapie ist gutachterpflichtig zu beantragen.

Bei der Kurzzeittherapie erhält lediglich der Patient die Bewilligung der Kasse. Wir empfehlen die Vorlage der Bewilligung durch den Patienten. Allerdings wird bei Nichtgenehmigung einer Kurzzeittherapie sowohl der Patient als auch der Therapeut von der Krankenkasse informiert.

Grundsätzlich gelten Anträge nach Ablauf einer Drei-Wochen-Frist auch ohne Bescheid als bewilligt.

 Ja, wie bisher. Eine erneute Kurzzeittherapie innerhalb von zwei Jahren ist gutachterpflichtig. Das erste Kontingent der Langzeittherapie (Erstantrag oder Umwandlungsantrag) ist immer gutachterpflichtig. Bei Fortführungsanträgen entscheidet die Kasse, ob sie einen Bericht an den Gutachter möchte. Eventuelle Leistungen der Rezidivprophylaxe bleiben unberücksichtigt, das heißt die Zwei-Jahres-Frist beginnt mit der letzten der Krankenkasse als Therapieende gemeldeten Sitzung vor der Rezidivprophylaxe.

Die Genehmigung der Krankenkasse ist grundsätzlich abzuwarten. Es können allerdings die verbleibenden probatorischen Sitzungen bis zum Vorliegen der Genehmigung abgerechnet werden.

Der Konsiliarbericht kann bereits in den Psychotherapeutischen Sprechstunden angefordert werden. Die Kasse benötigt den Konsiliarbericht bei der ersten Antragstellung KZT oder LZT, insgesamt also ein Mal.

Der Wortlaut „in besonderen Fällen“ ist in der neuen Richtlinie entfallen. Es gibt jetzt nur noch zwei Bewilligungsschritte. Im Übrigen können weiterhin auch Kontingente über die Höchstgrenze beantragt werden, wenn dies notwendig ist.

Das ist auf dem Antrag PTV 1 und PTV 2 nicht vorgesehen. Die Teilnehmerzahl für Gruppen wurde für alle Verfahren auf drei bis neun Teilnehmer festgesetzt.

Ja, auf Formblatt PTV12 gegenüber der Krankenkasse.

Bei Einbeziehung der Bezugsperson ist die Einzeltherapiesitzung anzusetzen. Erfolgt die Einbeziehung der Bezugsperson im Rahmen der Gruppenbehandlung, ist die Gruppennummer abzurechnen (jeweils mit „B”-Kennzeichnung).

Die Formulare sind wie gewohnt beim Kohlhammer Verlag zu beziehen und müssen vom Therapeuten aktiv bestellt werden.

Dokumente zum Download

Derzeit nein, unabhängig von der Prüfung sind die psychotherapeutischen Sprechstunden verpflichtend vorzuhalten. Bei Nichteinhaltung der Sprechstunden sind disziplinarische Maßnahmen grundsätzlich möglich.

Hier muss nichts zusätzlich angeboten werden. Es bleibt bei den 100 Minuten für den Anstellenden (voller Versorgungsauftrag).

Derzeit nein. Ab dem 1. April 2018 sind Psychotherapeutische Sprechstunden vor einer anschließenden Behandlung (Akutbehandlung, Probatorik oder Richtlinien-Psychotherapie) verpflichtend durchzuführen, jedoch nicht zwingend beim selben Therapeuten.

Unabhängig davon sind ab 1. April  2017 Psychotherapeutische Sprechstunden anzubieten.

Ab dem 1. April 2018: Im Quartal der ersten Behandlung und/oder den drei vorherigen Quartalen, müssen insgesamt mindestens 50 Minuten Psychotherapeutische Sprechstunde erfolgt sein.

Die begrenzte Zahl der Psychotherapeutischen Sprechstunden bezieht sich auf den jeweiligen Therapeuten. Es besteht für den Therapeuten  keine Pflicht der Kontrolle von bisher durchgeführten Sprechstunden.

Für Erwachsene sind maximal drei Psychotherapeutische Sprechstunden (Einheit von mindestens 25 Minuten, insgesamt 150 Minuten im Krankheitsfall) vorgesehen. Für Kinder- und Jugendliche sind maximal fünf Psychotherapeutische Sprechstunden (Einheit von mindestens 25 Minuten, insgesamt 250 Minuten im Krankheitsfall) vorgesehen.

Psychotherapeutische Leistungen können im Rahmen der Psychotherapie-Richtlinie zulasten der Krankenkassen nur erbracht werden, soweit und solange eine seelische Krankheit vorliegt. Diese seelische Krankheit muss entsprechend codiert werden.

  1. Fehlt die ICD-Angabe einer Krankheit, kann keine Abrechnung gemäß Psychotherapie-Richtlinie erfolgen. Z-Diagnosen rechtfertigen keine Behandlung zulasten der GKV. Sobald der Therapeut erkennt, dass keine Krankheit vorliegt, muss er dem Patienten mitteilen, dass die Behandlung keine GKV-Leistung ist. Wenn dies bereits nach einer Zeitspanne von unter 25 Minuten klar wird, ist keine Leistung der Sprechstunde berechnungsfähig. Es bleibt für solche Fälle dann nur die Grundpauschale, für die ein ICD beispielsweise aus Z70 bis Z76 denkbar ist.
  2. Die psychotherapeutische Sprechstunde kann unter Angabe einer Diagnose aus dem „F“-Bereich (Psychische und Verhaltensstörungen), gegebenenfalls als Verdachts- oder Ausschlussdiagnose, abgerechnet werden.

Grundsätzlich nein, ggf. sind weitere Betriebsstätten beim Zulassungsausschuss zu beantragen.

Die Abrechnung erfolgt wie gehabt auf Basis des aktuell gültigen EBM. Eine Besonderheit gibt es bei Kurzzeittherapien und probatorischen Sitzungen. Hier ist eine Kennzeichnung erforderlich:

Wurde vor dem 1. April 2017 eine Kurzzeittherapie beantragt, so können aus dem Therapiekontingent auch danach bis zu 25 Sitzungen abgerechnet werden. In diesen Fällen ist die 25. Sitzung hinter der Abrechnungsposition mit einem „L“ (bei Einbeziehung von Bezugspersonen mit „S“) zu kennzeichnen.

Probatoriken, die vor dem 1. April 2017 begonnen wurden, können in Summe bis zu 5-mal für tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie und Verhaltenstherapie und bis zu 8-mal für analytische Psychotherapie durchgeführt und abgerechnet werden. In allen diesen Fällen sind die Leistungen hinter der Abrechnungsposition mit einem „L“ (bei Einbeziehung von Bezugspersonen mit „S“) zu kennzeichnen.

Gruppentherapien mit nur zwei Teilnehmern, die vor dem 1. April beantragt wurden, werden bis zum 30. Juni 2017 über die Gebührenordnungspositionen für kleine Gruppen abgerechnet. Ab 1. Juli 2017 erfolgt die Abrechnung mittels bundeseinheitlichen Pseudo-GOPs.

Der Antrag kann frühestens gestellt werden, wenn die zweite probatorische Sitzung terminiert ist (besser: nach Durchführung der zweiten Sitzung.)

Leistungen des Fachgruppenkapitels inklusive Gesprächsleistungen und Psychotherapeutische Sprechstunde. Inwieweit Akutbehandlung erbringbar ist, kommt auf die Notwendigkeit der Erbringung im Vertretungsfall an.

Ja. Die Meldung der Vertretung bei Urlaub, Krankheit, Mutterschaft und Wehrübung erfolgt über die Sammelerklärung (Punkt 2 und 3). Ab dem 8. Abwesenheitstag ist die Abwesenheit mittels der Abwesenheits-/Vertretermeldung der KVBW anzuzeigen.

Dokumente zum Download

Nein, da bei Richtlinientherapie keine Vertretung möglich ist. Die Vertretung erfolgt ausschließlich bei psychotherapeutischer Sprechstunde und Akutbehandlung.

Die Meldung der telefonischen Erreichbarkeit ist obligat.

Ja, die telefonische Erreichbarkeit wird über die LANR des jeweiligen Praxispartners gemeldet und erscheint somit für jeden gesondert in der Arztsuche der KVBW.

Bitte melden Sie uns auf freiwilliger Basis 50 (25) Min. pro Monat für die Psychotherapeutische Akutbehandlung bei einem vollen (hälftigen) Versorgungsauftrag über die eTerminservice-Software.

Die Notwendigkeit der Akutbehandlung innerhalb des Vier-Wochen-Terminfensters wird durch das Aufbringen eines Code-Aufklebers auf dem Formular PTV11 gegenüber der Terminservicestelle (TSS) kenntlich gemacht.

Ja – selbstverständlich kann der Therapeut, bei dem der Patient in der Sprechstunde war, eine gegebenenfalls erforderliche Akutbehandlung auch selbst durchführen.

Die Terminmeldung erfolgt über die eTerminservice-Software. Eine Benutzeranleitung finden Sie unten.

Ja – bitte melden Sie der Terminservicestelle nicht wahrgenommene Termine (egal ob entschuldigt oder unentschuldigt).

Direktkontakt

eTerminservice (Kontakt für Psychotherapeuten)
0711 7875-3949

Die benötigten Zugangsdaten (Benutzername und Passwort) finden Sie als PDF-Dokument im Dokumentenarchiv im KVBW-Mitgliederportal (Aktentyp: Zugangsdaten). Bitte bewahren Sie die Zugangsdaten für den eTerminservice an einem sicheren Ort auf – diese berechtigen auch für die spätere Nutzung des Kommunikationskanals KV-Connect.

So finden Sie Ihre Zugangsdaten:

 

  1. Melden Sie sich wie gewohnt am Mitgliederportal der KVBW an.
  2. Wählen Sie im Menü den Unterpunkt „Dokumentenarchiv“ aus.
  3. Wählen Sie den Aktentyp „Zugangsdaten“ aus und klicken Sie ohne Eingabe von BSNR und Quartal auf „Suchen“.
  4. Klicken Sie das generierte Suchergebnis an.
  5. In der Akte „Zugangsdaten“ klicken Sie das PDF-Dokument (rotes Symbol) an.
  6. Zum Öffnen dieses PDF-Dokuments benötigen Sie Ihr Freigabe-Kennwort (es besteht aus zehn Ziffern und wurde Ihnen von der KVBW bei der erstmaligen Registrierung für das KVBW-Mitgliederportal zugesandt).
    Nachdem Sie das Dokument freigeschaltet haben, klicken Sie bitte nochmals auf das PDF-Dokument. Das Dokument mit den Zugangsdaten lässt sich nun öffnen.

Bei Kurz- und Langzeitzeittherapien, die vor dem 1. April 2017 beantragt wurden, gelten die „alten” Regelungen (Richtlinie und Psychotherapievereinbarung).

Soll eine vor dem 1. April 2017 beantragte Kurzzeittherapie ab dem 1. April 2017 in eine Langzeittherapie umgewandelt werden, gelten für die LZT die neuen Regelungen. 

Bei der Fortführung einer vor dem 1. April 2017 beantragten Langzeittherapie kann ab dem 1. April 2017 die Höchstgrenze der für das Verfahren vorgesehenen Sitzungskontingente nach den neuen Vorgaben beantragt werden.

Letzte Aktualisierung: 17.03.2017