Sommerzeit ist Vertretungszeit

Was Ärzte und Psychotherapeuten vor dem Urlaub regeln müssen.

Für die Zeit Ihres Urlaubs müssen Sie als Vertragsarzt eine Vertretung in der Umgebung organisieren. Das gilt auch, wenn Sie nur einen Tag frei nehmen.

Patienten konkret informieren

Um die Patienten zu informieren, genügen ein Aushang an der Praxistür sowie eine Ansage auf dem Anrufbeantworter. Wir empfehlen Ihnen, den oder die Vertreter namentlich mit Telefonnummer und Adresse anzugeben. Sprechen Sie bitte mit dem Kollegen, der die Vertretung übernimmt, den Zeitraum genau ab. Bei der Vermittlung von Vertretern sind wir Ihnen gerne behilflich. Ein pauschaler Verweis auf die umliegenden Ärzte oder an das Krankenhaus ist nicht zulässig. Auf den ärztlichen Bereitschafts- und Notdienst kann nur für die Zeiten des ärztlichen Bereitschafts- und Notdienstes verwiesen werden.

Dauert der Urlaub länger als eine Woche, sind Sie als Vertragsarzt verpflichtet, Ihre Abwesenheit an die Kassenärztliche Vereinigung zu melden. Wir bitten Sie, für die Meldung der Abwesenheits- und Urlaubszeiten das entsprechende Formular zu verwenden (Abwesenheits-/Vertretermeldung). Die Regelungen zur Vertretung sind im Bundesmantelvertrag (BMV-Ä) und in der Zulassungsverordnung für Vertragsärzte (Ärzte-ZV) zu finden.

Insgesamt können sich Vertragsärzte drei Monate im Jahr vertreten lassen. Neben dem Urlaub zählt hier jedoch auch die Zeit für ärztliche Fortbildungen oder Teilnahme an Wehrübungen sowie Krankheit.

Fachgleiche Vertreter

Ein Vertragsarzt darf sich grundsätzlich nur von einem Kollegen mit abgeschlossener Weiterbildung im selben Fachgebiet vertreten lassen, für das er selbst zugelassen ist (Ausnahmen im letzten Weiterbildungsabschnitt siehe Vertreterrichtlinie). Ein persönlicher Vertreter darf nur Leistungen abrechnen, für die der Arzt, den er vertritt, qualifiziert ist. Bei genehmigungspflichtigen Leistungen muss auch der Vertreter die entsprechende Qualifikation besitzen.

Kollegen in einer Gemeinschaftspraxis, die die gleiche fachliche Qualifikation besitzen und dem gleichen hausärztlichen oder fachärztlichen Versorgungsbereich angehören, können sich gegenseitig vertreten. Das gilt auch für angestellte Ärzte, die ihren Chef vertreten können.

Vertretung bei Psychotherapeuten

Aufgrund der besonders engen Patienten-Therapeuten-Beziehung ist eine Vertretung bei Psychotherapeuten komplizierter. Sie dürfen sich bei den probatorischen Sitzungen und bei der Richtlinien-Psychotherapie grundsätzlich nicht vertreten lassen. Das gilt für alle ärztlichen und psychologischen Psychotherapeuten sowie für Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten. Die Vertreter­richtlinie der KVBW gilt jedoch grundsätzlich auch für Vertragspsychotherapeuten. Es ist den Patienten in jedem Fall bekannt zu geben, an wen bzw. wohin sie sich im Notfall wenden können.

Näheres entnehmen Sie der Vertreterrichtlinie, § 32 Ärzte-ZV sowie unserem Merkblatt zur Vertretung oder unserem FAQ-Katalog.