Orthopädische Vorsorgeuntersuchung

Bei Kindern / Heranwachsenden im 11. und 12. Lebensjahr

Fehlstellungen von Wirbelsäule oder Hüfte, Beinen oder Füßen rechtzeiteig zu erkennen und ihnen entgegenzuwirken ist Ziel der neuen orthopädischen Vorsorgeuntersuchung für Kinder und Heranwachsende im 11. und 12. Lebensjahr, die ab Januar 2017 als neue extrabudgetäre Leistung in Baden-Württemberg gilt.

Wer

  • Fachärzte für Orthopädie
  • Fachärzte für Orthopädie und Unfallchirurgie

Was die orthopädische Vorsorgeuntersuchung umfasst

  • klinische Untersuchung der Wirbelsäule mit der Frage von Fehlstellungen, insbesondere Erkennen und Definition behandlungsbedürftiger Formen der Skoliose und Adoleszentenkyphose (Morbus Scheuermann) und
  • klinische Untersuchung der unteren Extremitäten mit der Frage insbesondere von Achsenfehlstellungen der Beine (X- und O-Beine) und der Füße, der Analyse ihrer statischen Relevanz (Frage der präarthrotischen Deformität) sowie der ggf. erforderlichen, auch operativen Maßnahmen z. B. durch sogenannte passagere Epiphysiodesen (operative Beeinflussung der Wachstumsfugen) bei Beinachsenfehlstellungen und
  • anamnestische Klärung des Ergebnisses des Hüftscreenings im Neugeborenenalter und nach Behandlung Kontrolle des Hüftbefundes.
  • Aufklärung über mögliche orthopädische Zweiterkrankungen bei Übergewicht des Jugendlichen mit der Folge der Möglichkeit des gehäuften Auftretens der sogenannten Epiphysiolysis capitis femoris (jugendliches Hüftkopfkappengleiten) von X-Beinen und Fußfehlstellungen und
  • Aufklärung des Jugendlichen über skelettsystemgefährdende Sportarten.

Einschließlich der ausführlichen Dokumentation der normalen und pathologischen Befunde, insbesondere z. B. der Beinachsenstellung (physiologisches oder pathologisches crus valgum, bei crus varum z. B. Frage der passageren Epiphysiodese abhängig vom zu erwartenden Skelettwachstum), der fixierten Wirbelsäulenfehlformen und der Hüftanamnese sowie eines obligaten Berichtes an den Allgemein- oder Kinder- und Jugendarzt.

Vergütung

Die Vergütung dieser Vorsorgeuntersuchung erfolgt extrabudgetär. Sie kann nur und ausschließlich einmal je Versicherten im 11. und 12. Lebensjahr über die regionale Gebührenposition GOP 99986 in Höhe von 37,38 Euro über die KVBW abgerechnet werden.

Letzte Aktualisierung: 24.03.2017