Frist zur TI-Anbindung wird um ein halbes Jahr verlängert

Für den Anschluss an die Telematikinfrastruktur bekommen Praxen Aufschub bis 30. Juni 2019 – Bestellung der Komponenten muss aber noch 2018 erfolgen

Vertragsärzte und -psychotherapeuten bekommen ein halbes Jahr mehr Zeit für die Anbindung an die Telematikinfrastruktur (TI). Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat angekündigt, die gesetzliche Frist bis zum 30. Juni 2019 zu verlängern. Die konkrete Gesetzesformulierung ist noch abzuwarten. Niedergelassene müssen demnach nicht mehr befürchten, ab Januar wegen der verzögerten Marktentwicklung sanktioniert zu werden. Ab 1. Juli 2019 ist der Online-Abgleich der Versichertendaten (VSDM) auf der elektronischen Gesundheitskarte (eGK) dann verpflichtend.

Praxisinhaber müssen dennoch bis Ende dieses Jahres den TI-Anschluss zumindest beauftragt haben. Voraussetzung für die Auszahlung der Finanzierungspauschalen durch die KVBW ist somit neben der Durchführung des VSDM bei einem abzu­rech­nen­den GKV-Patienten die nachvollziehbare schriftliche Bestellung der TI-Installation bei einem PVS-Anbieter.

Schon länger hat sich abgezeichnet, dass aufgrund von Lieferengpässen der Industrie der Zeitplan nicht zu halten ist. Nach Einschätzung der Betreibergesellschaft gematik werden bis Jahresende weniger als ein Drittel der Praxen an dem neuen Datennetz angeschlossen sein.

Zuschlag für größere Praxen

Größere Praxen erhalten zur Finanzierung der Anbindungskosten an die TI einen Komplexitätszuschlag. Der Zuschlag wird zusätzlich zu der Pauschale für die Erstausstattung gezahlt und soll den besonderen Aufwand für die Einbindung weiterer stationärer Kartenterminals abdecken. Diesen Komplexitätszuschlag wird die KVBW ab Oktober in einem bürokratiearmen und automatisierten Verfahren im Rahmen der Quartalsabrechnung auszahlen. Der Anspruch gilt rückwirkend auch für berechtigte Praxen, die bereits die Pauschale für die Erstausstattung erhalten haben und an die TI angeschlossen sind.

Die Finanzierungsvereinbarung zwischen KBV und GKV-Spitzenverband sieht vor, dass Praxen mit mehr als drei Ärzten und/oder Psychotherapeuten einmalig 230 Euro erhalten sowie Praxen mit mehr als sechs Ärzten und/oder Psychotherapeuten einmalig 460 Euro. Grundlage für die Ermittlung der Anzahl der Ärzte in der Praxis ist deren Tätigkeitsumfang laut Zulassungs- und Genehmigungsbescheid (kumuliertes Vollzeitäquivalent). Da die Einbindung mehrerer stationärer Kartenterminals einen besonderen Aufwand bedeutet, können Praxen nach der TI-Finanzierungsvereinbarung mit vier bis sechs Ärzten oder Psychotherapeuten zwei Terminals erhalten, noch größere Praxen drei Terminals.

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