„Mann“ ist traditionell etwas taub, wenn es darum geht, die Warnsignale des Körpers wahrzunehmen. Dieses Risikoverhalten führen Verhaltensforscher auf die Jäger- und Sammler-Zeiten zurück, in denen kurzfristige Höchstleistungen das Überleben sicherten. Herzreaktion, Muskelmasse und der gesamte Stoffwechsel waren auf die Bewältigung spontaner Gefahrensituationen ausgerichtet.
Dem modernen Mann hilft das wenig. Heute kämpft er gegen Dauerstress, Übergewicht, Impotenz und Herzinfarkt, bei einer Lebenserwartung, die im Schnitt sieben Jahre unter der von Frauen liegt. Verantwortlich dafür sind Erkrankungen an Herz- und Kreislauf, Darm, Prostata, Lunge, Dickdarm und Magen. Allesamt Krankheiten, die – sofern früh erkannt – erfolgreich behandelt werden können. Aber nur 16 Prozent der Männer nehmen die Früherkennungsmaßnahmen in Anspruch – dagegen 46 Prozent der Frauen. Das ist doch verrückt. Höchste Zeit, dass Männer ihre wirkliche Stärke zeigen, falsche Schamgefühle ablegen und sich bewusst machen, wieviel Lebensqualität ein gesundes, langes Leben bietet. Der Arzt ist dafür ein guter Wegbegleiter, ihm kann der Mann vertrauen und sicher sein, dass alle Möglichkeiten ausgeschöpft werden, um den Spaß an Aktivität, Vitalität, Gesundheit und Spannkraft zu erhalten.
Es sind nicht einmal 20 Prozent aller Männer, die derzeit die gesetzlich angebotenen Früherkennungsuntersuchungen auf Krebserkrankungen nutzen. Dabei steht ihnen ab dem Alter von 45 Jahren jedes Jahr eine Krebsfrüherkennung zu. Untersucht werden dabei der Dickdarm, die Prostata und die äußeren Genitalorgane. Außerdem erfolgt ein Schnelltest auf Blut im Stuhl. Auf dieses Basisprogramm, das nicht mal sonderlich unangenehm ist, sollte man nich aus Nachlässigkeit verzichten. Denn wird ein Krebs zu spät bemerkt, dann sind die Heilungschancen weitaus geringer. Die Krebsfrüherkennungs-Untersuchung wird von Urologen, Ärzten für Allgemeinmedizin oder Internisten durchgeführt.
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Ebenfalls rekordverdächtig: Jedes Jahr erkranken in Deutschland rund 32.000 Männer neu an Darmkrebs. Dabei hat der Arzt gerade bei dieser Krebsart die längste Zeit, einen sich entwickelnden Tumor zu finden. Was auf der einen Seite besonders heimtückisch ist, bietet andererseits sehr gute Heilungschancen. Denn man spürt den Darmkrebs während seiner Entwicklungsphase nicht, aber er braucht sehr lange bis er gefährlich wird. Zeit genug, ihn bereits in einem Vorstadium zu entdecken und unschädlich zu machen. Bei frühzeitiger Diagnose sind rund 90 Prozent aller Darmtumore heilbar. Wenn zu spät, sind es auch 90 Prozent. Allerdings tödlich.
Ab 45 Jahren steht einmal jährlich eine Tastuntersuchung des Enddarms auf dem Programm. Ab 50 beginnt die Darmkrebsfrüherkennung mit einer Untersuchung auf unsichtbare Blutspuren im Stuhl. Ab 55 bietet die gesetzliche Krankenversicherung die aussagefähigste Untersuchung auf Darmkrebs an, die sogenannte Koloskopie oder Darmspiegelung. Harmlose Sache mit größtmöglicher Gewissheit für die nächsten zehn Jahre. Und alles auf Krankenversichertenkarte ohne Praxisgebür.
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Man glaubt es nicht: Nur etwa 19 Prozent aller Männer lassen sich auf Prostatakrebs untersuchen, aber es sterben jährlich etwa 12.000 daran. Das ist vermeidbar. Denn ab 45 Jahren sichert und bezahlt die Gesetzliche Krankenversicherung allen Männern einmal im Jahr eine Früherkennungs-Untersuchung, bei der der Arzt unter anderem die Prostata und die Lymphknoten abtastet. Zehn Minuten, die über Lebensqualität oder lebenslanges Elend entscheiden können.
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Diese Untersuchung können Sie zunächst selbst vornehmen, in dem Sie Ihre Hoden regelmäßig nach Knoten abtasten. Aber wenn Sie Veränderungen spüren oder Leistenschmerzen haben, dann bitte ohne Zeit zu versäumen zum Urologen. Im Gegensatz zum Darmkrebs, der sich sehr langsam entwickelt, muss es beim Hodenkrebs vom ersten Verdacht bis zur Behandlung sehr schnell gehen.
Vor allem jüngere Männer unter 40 Jahren sind von Hodenkrebs betroffen. Und nicht wenig, immerhin erkranken durchschnittlich 4.200 Männer im Jahr daran. Bei rechtzeitiger Diagnose und Therapie beträgt die relative 5-Jahres-Überlebensrate 95 Prozent. Risikofaktoren für Hodenkrebs sind Vorerkrankungen bei Vater oder Großvater sowie Hodenhochstand, auch wenn er im Kindesalter bereits korrigiert worden ist.
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Die häufigste Todesursache bei Männern ist nach wie vor der Herzinfarkt. Im Schnitt trifft pro Jahr etwa 155.000 Männer in Deutschland der Blitz aus heiterem Himmel. Etwa 38.000 überleben ihn nicht. Ob bei Ihnen ein potenzielles Infarktrisiko vorhanden ist, klärt der so genannte Gesundheits-Check-Up. Er steht jedem Mann ab 35 Jahre zu und kann alle zwei Jahre wiederholt werden. Er dauert keine Ewigkeit, tut nicht weh, kostet nichts – nicht mal diePraxisgebühr, aber er hinterlässt ein angenehmes Gefühl der Gewissheit. Und sollte er Krankheiten wie Bluthochdruck, Organleiden oder Diabetes mellitus aufdecken, dann ist es in der Regel frühzeitig genug, um erfolgreich dagegen an zu gehen.
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