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IMPFEN – KLEINER PIKS MIT GROSSER WIRKUNG
Impfen gehört zu den einfachsten und wirkungsvollsten Maßnahmen zum Schutz vor Infektionskrankheiten. Dabei schützen Impfungen nicht nur den Geimpften: Sind genügend Menschen immunisiert, können einzelne Krankheitserreger wie das Masernvirus ausgerottet werden. Studien des Robert Koch-Instituts (RKI) belegen jedoch, dass die Durchimpfungsraten in der Bevölkerung oft zu niedrig sind. So bestehen bei Kindern Lücken insbesondere bei Masern, Mumps, Röteln, Keuchhusten und Hepatitis B. Erwachsene weisen vor allem bei den Auffrischimpfungen für Tetanus, Diphtherie und Keuchhusten Impflücken auf.
Um auf die Bedeutung des Impfens aufmerksam zu machen, steht das Thema in diesem Jahr verstärkt im Fokus der Präventionsinitiative von Kassenärztlichen Vereinigungen (KVen) und Kassenärztlicher Bundesvereinigung (KBV). Ziel ist es, die Akzeptanz von Schutzimpfungen in der Bevölkerung zu steigern und somit auch die Durchimpfungsraten zu erhöhen. Gerade Ärzten kommt dabei eine zentrale Rolle zu: Studien zeigen, dass das Gespräch mit dem Arzt von Patienten als wichtigste Informationsquelle angesehen wird und oft ausschlaggebend für die Impfentscheidung ist.
Welche Schutzimpfungen zum Leistungsangebot der gesetzlichen Krankenkassen gehören, ist in der Schutzimpfungs-Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) geregelt. Basis der Richtlinie sind die Empfehlungen der Ständigen Impfkommission. Die Praxisgebühr entfällt bei Impfterminen. Nur wenn weitere Untersuchungen und Beratungen notwendig werden, muss der Arzt bei gesetzlich Versicherten ab 18 Jahren die Praxisgebühr erheben.
Impfungen schützen nicht nur den Geimpften
Durch hohe Impfquoten wird nicht nur der Ausbruch von Krankheiten, sondern auch von Epidemien verhindert. Ist der Anteil geimpfter Personen hoch genug, findet der Erreger nicht mehr genügend Empfänger, und die Krankheit kann sich nicht ausbreiten. Ein gutes Beispiel ist die Einführung der Impfung gegen Kinderlähmung in der Bundesrepublik Anfang der 60er Jahre: Erkrankten 1961 noch rund 4.700 Kinder, waren es 1965 weniger als 50. Seitdem hat es kaum noch Fälle von Kinderlähmung in Deutschland gegeben. (Quelle: RKI)
Diese Erfolge der Schutzimpfung bewirken allerdings auch, dass sich viele Menschen der Gefährlichkeit von Infektionskrankheiten nicht mehr bewusst sind und vergessen, dass die Erreger von Keuchhusten, Masern etc. auch heute noch zirkulieren. Krankheitserreger kennen keine Grenzen, sodass Infektionen wie Kinderlähmung, die hierzulande als besiegt gelten, jederzeit durch den internationalen Reiseverkehr wieder eingeschleppt werden können. Sinkende Durchimpfungsraten können die Gefahr eines erneuten Anstiegs der durch Impfungen vermeidbaren Erkrankungen mit sich bringen.
Moderne Impfstoffe gehören zu den sichersten Arzneimitteln
Impfstoffe sind heute sicherer als je zuvor. Qualität und Sicherheit der Impfstoffe wurden in den vergangenen Jahren stetig verbessert. Moderne Impfstoffe sind gut verträglich und Komplikationen durch Impfungen treten sehr selten auf, vor allem im Vergleich zu den Folgen der Erkrankungen selbst.




