Für Frauen im Alter von 50 bis 69 Jahren bietet die gesetzliche Krankenversicherung eine besondere Form der Brustkrebsfrüherkennung an, das qualitätsgesicherte Mammographie-Screening. Dabei handelt es sich um ein Programm zur Reihen-Röntgenuntersuchung der weiblichen Brust im 2-Jahresrhythmus – daher auch der Begriff „Screening". Mit dieser Methode können bereits kleine Tumore erkannt und behandelt werden. Ob Sie daran teilnehmen möchten oder nicht, entscheiden Sie selbst.
Zu einem Mammographie-Screening in der Nähe Ihres Wohnortes werden Sie persönlich eingeladen, wenn Sie zur vorgesehenen Altersgruppe gehören. Die Untersuchung wird in einer besonderen Einrichtung durchgeführt, die einer Arztpraxis ähnlich, aber ganz auf Mammographien spezialisiert ist. Wesentliche Grundlage der Untersuchungsqualität ist die hohe Qualifikation der Ärzte, die die Aufnahmen (Mammogramme) bewerten sowie umfassende Qualitätskontrollen der Röntgeneinrichtung, welche die Mammographien erstellen. Die Mammogramme werden immer von mindestens zwei spezialisierten Ärzten begutachtet. Für den Fall, dass deren Meinungen auseinander gehen, beurteilt ein dritter Arzt das Ergebnis.
Artikel druckenArtikel weiterempfehlenFrauen ab 20 steht einmal jährlich eine Untersuchung zur Früherkennung von Gebärmutterhalskrebs bzw. dessen Vorstufen zu. Das Zervixkarzinom ist der vierthäufigste Tumor der Frau, und er erwischt Jahr für Jahr zehn von 100.000 Frauen. Unregelmäßige Regelblutungen oder Ausfluss aus der Scheide können zum Beispiel auf eine Infektion mit humanen Papillomviren (HPV) hinweisen, die maßgeblich an der Entstehung von Gebärmutterhalskrebs beteiligt sind. Wenn Sie also Unregelmäßigkeiten bei sich beobachten, sprechen Sie darüber unbedingt mit dem Arzt, denn Teil der Vorsorgeuntersuchung ist auch das Informations- und Beratungsgespräch, bei dem Sie alle Fragen und Unsicherheiten loswerden können.
Bei der eigentlichen Untersuchung steht vor allem die Inspektion der äußeren Genitalien und des Muttermundes auf dem Programm, wozu auch der sogenannte PAP-Abstrich vom Gebärmutterhals gehört. Um Veränderungen an Eierstöcken oder Gebärmutter auszuschließen, führt der Arzt zudem eine gynäkologische Tastuntersuchung des Unterleibs durch. Wichtig ist auch, dass Sie sich das Abtasten der eigenen Brust zeigen lassen, damit Sie sich regelmäßig selbst untersuchen können. Es ist der einfachste Weg, einer bösartigen Erkrankung früh auf die Schliche zu kommen und sollte bereits ab dem 20. Lebensjahr einmal im Monat selbstverständlich sein.
Artikel druckenArtikel weiterempfehlenWenn ab 30 das Krebsrisiko steigt, gehören zu der gynäkologischen Krebsfrüherkennung nun auch jährliche Untersuchungen zur Früherkennung von Brustkrebs zum gesetzlich garantierten Programm.
Brustkrebs ist immer noch die häufigste Krebserkrankung der Frau in Deutschland – bei 43.000 Frauen pro Jahr wächst meist unbemerkt ein gefährlicher Tumor. Die rechtzeitige Diagnose ist nicht nur lebensrettend, sondern auch die wichtigste Voraussetzung für eine brusterhaltende Behandlung. Bei der Früherkennungs-Untersuchung tastet der Arzt sorgfältig beide Brüste ab. Es folgen die Lymphknoten in den Achselhöhlen und oberhalb des Schlüsselbeins sowie eine Untersuchung der Haut von Brüsten und Brustwarzen. Darüber hinaus zeigt Ihnen der Arzt, wie Sie Ihre Brust regelmäßig selbst abtasten können, was spätestens ab jetzt alle vier Wochen für Sie selbstverständlich sein sollte.
Für den Fall, dass der Arzt eine Auffälligkeit bemerkt, werden weitere Maßnahmen wie Röntgenuntersuchung (Mammographie) und/oder Ultraschalluntersuchung (Sonographie) notwendig. Diese weiterführenden diagnostischen Maßnahmen sind ebenfalls durch die gesetzliche Krankenversicherung abgedeckt. Allerdings müssen Sie dafür einePraxisgebür zahlen.
Artikel druckenArtikel weiterempfehlenAb 50 kommt das Alter, in dem man die Gefahr eines Darmkrebses nicht mehr ignorieren darf. Die Gesetzliche Krankenversicherung nimmt zu den Krebsfrüherkennungs-Untersuchungen ab 20 und 30 Jahre nun auch eine jährliche Dickdarm- und Rektumuntersuchung auf Darmkrebs (Kolonkarzinom) ins Programm. Hierbei werden zwei Untersuchungen durchgeführt:
- Die Tastuntersuchung des Enddarm.
- Der Test auf unsichtbares Blut im Stuhl (Stuhlbriefchentest).
Wenn sich bei diesen Untersuchungen keine Auffälligkeiten zeigen, kann Ihr Arzt zumindest für die nächsten zwölf Monate Entwarnung geben.
Artikel druckenArtikel weiterempfehlenErst die schlechte Nachricht. Bis zur Mitte des fünften Lebensjahrzehnts hat ein möglicher Darmkrebs Zeit genug, sich über alle unbemerkten Vorstufen hindurch so weit zu entwickeln, dass es nun kritisch werden kann. Jetzt die Gute: Die Gesetzliche Krankenversicherung beantwortet dieses Risiko mit dem Angebot sehr aussagefähiger Früherkennungs-Untersuchungen. Dabei kann jede Frau zwischen zwei Leistungen entscheiden:
- Alle zwei Jahre eine Stuhluntersuchung auf unsichtbares Blut. Dabei wird von mehreren aufeinander folgenden Stuhlgängen mit einem kleinen Spatel an verschiedenen Stellen eine winzig kleine Menge entnommen und auf ein Testfeld aufgetragen. Mit einer Indikatorflüssigkeit kann das Labor des Arztes innerhalb von Sekunden erkennen, ob in diesen Stuhlproben Blut versteckt ist.
- Alternativ zum Okkultbluttest zweimal im Abstand von mindestens zehn Jahren eine Darmspiegelung (Koloskopie). Das ist die aufwändigere Methode, aber auch die, die einen für viele Jahre mit dem guten Gefühl entlässt: Da ist nichts.
Artikel druckenArtikel weiterempfehlenRückenschmerzen, ein Brennen in der Brustgegend, Abgeschlagenheit oder Übelkeit sind Symptome, die als typisch weiblich gelten. Die gehören gewissermaßen dazu, wenn man Frau ist und das gibt sich wieder. Falsch gedacht. Die Männerkrankheit „Herzinfarkt“ ist in Wirklichkeit ein klassisches Frauenleiden, denn in Deutschland sind 55 Prozent aller Frauen von einer koronaren Herzerkrankung betroffen, aber „nur“ 43 Prozent der Männer. Unter diesem Gesichtspunkt bekommen typisch weibliche Beschwerden eine ganz andere Bedeutung, denn dahinter verbirgt sich sehr häufig ein Herz-Kreislauf-Problem. Und das gibt sich nicht von selbst, das wird mit jedem Mal gefährlicher.
Rauchen, Übergewicht, erhöhter Blutdruck, erhöhtes Gesamtcholesterin, familiäre Belastung und Diabetes begünstigen allesamt eine koronare Herzerkrankung. Deshalb geht der Check-up 35 speziell diesen Risikofaktoren an den Kragen. Aber nur etwa die Hälfte der Frauen, die bereits gefährdet sind, nehmen das Angebot zur Früherkennung an. Das sind eindeutig 50 Prozent zu wenig. So lange, bis es zu spät ist.
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