BERICHTE ÜBER FACHTAGUNGEN ZUR SELBSTHILFE.
| Kooperation zum Wohl von Praxis und Patient | ||
Fachtagung Selbsthilfe im Januar 2010 in Stuttgart. | ||
Chronische Krankheiten, Behinderungen, psychische Störungen und Suchterkrankungen sind die wichtigsten Themenfelder der gesundheitsbezogenen Selbsthilfe. Durch den direkten Austausch zwischen Betroffenen wird eine gegenseitige Hilfe geleistet, die weder Ärzte und Psychotherapeuten noch deren Mitarbeiter erbringen können. Selbsthilfegruppen erfreuen sich immer größerer Beliebtheit bei chronisch Kranken und Behinderten. Auch die Einstellung der Ärzte zu den Selbsthilfegruppen hat sich weitgehend hin zu einer kooperativen
Grundhaltung gewandelt.
Die Zusammenarbeit von Ärzten und Medizinischen Fachangestellten mit Selbsthilfegruppen war Thema der vierten Fachtagung Selbsthilfe der KVBW. In Zusammenarbeit mit der LAG SELBSTHILFE und der Selbsthilfekontaktstelle KISS Stuttgart fand diese am 23. Januar 2010 in Stuttgart statt. Die Gelegenheit, sich (besser) kennen zu lernen und neue Kontakte zu knüpfen, nutzten 25 Ärzte und 86 Selbsthelfer. Sie waren sich einig, dass sowohl die professionellen Helfer, also die Ärzte und Psychotherapeuten, als auch die ehrenamtlichen Helfer ihren Teil zum Wohl des Patienten beitragen. Weil die Patienten von den Selbsthilfegruppen psychisch aufgefangen werden, sie dort neue Kraft schöpfen können und weil die verschiedenen Aspekte einer Erkrankung aus der eigenen Betroffenheit heraus breiter und individueller besprochen werden können, führt eine gute Zusammenarbeit mit Selbsthilfegruppen in der Regel zu einer Entlastung des Arztes. Doch verfügen Selbsthilfegruppen nicht nur über Erfahrungswissen, sie arbeiten auch mit bei medizinischen Studien, Zertifizierungen, Fortbildungskongressen und in Forschungsnetzwerken.
Besonders für Ärzte ist die knappe Zeit ein großes Problem. Doch auch die ehrenamtlichen Selbsthelfer haben das Problem der begrenzten Zeitressourcen. Nicht nur deshalb sind gegenseitiger Respekt und Wertschätzung hilfreich. Ausdruck dieser Wertschätzung ist z.B. eine gute Vorbereitung des Patienten auf das Gespräch mit dem Arzt. Die anwesenden Ärzte waren sich einig, dass ein Patient mit Vorwissen sehr viel leichter in die Diagnostik und Therapieentscheidungen einbezogen werden kann. Wodurch auch er einen Teil der Verantwortung trägt. Doch muss das Vorwissen bereits selektiert worden sein. Von vielen Selbsthilfegruppen kann auch diese Arbeit gut geleistet werden.
Wie informieren sich Ärzte, Psychotherapeuten, Selbsthilfegruppen und Patienten über medizinische Themen? Wie zuverlässig sind diese Informationen? Welche Rolle spielt das Internet? Über diese und weitere Fragen tauschten sich die rund 20 Teilnehmer des Workshops "Umgang mit medizinischen Informationen in den Medien" aus. Dabei wurde der Wunsch nach möglichst konkreten Fortbildungen geäußert, um am Computer zu lernen, rationell nach seriösen Informationen im Internet zu suchen und diese auch zu bewerten.
Die Einbeziehung der Medizinischen Fachangestellten in die Kooperation mit Selbsthilfegruppen war Thema eines weiteren Workshops. Voraussetzung dafür ist natürlich das Einverständnis des Chefs der Praxis. Die oft noch brach liegenden Synergieeffekte sollten noch viel mehr genutzt werden. Großer Wert wurde auf Aufnahme der Selbsthilfe in die Lehrpläne für Medizinische Fachangestellte gelegt. Für die bereits tätigen Medizinischen Fachangestellten sollten Fortbildungsveranstaltungen angeboten werden.
Insgesamt haben die Teilnehmer der Fachtagung ein gemeinsames Verständnis für die aktuellen Probleme im Gesundheitswesen entwickelt. Sie äußerten Verständnis für den Leistungs- und Zeitdruck, unter dem besonders die Ärzte stehen. Ärzte und Patienten müssen kooperieren, um innerhalb der bestehenden restriktiven Rahmenbedingungen ein Gegengewicht zur Politik und zu den Kassen zu bilden. Politische Absichtserklärungen sind wichtig und hilfreich. Praktische Kooperation beginnt im Kleinen!
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| Informationsangebot in den Medien | ||
Fachtagung in Zusammenarbeit mit der LAG SELBSTHILFE Baden-Württemberg e.V. und dem Sozialforum Tübingen e.V. im April 2009 in Reutlingen. | ||
Im Ärztehaus Reutlingen diskutierten am 25. April auf Einladung der KVBW in Zusammenarbeit mit der LAG SELBSTHILFE und dem Sozialforum Tübingen e.V. 14 Ärzte und 64 Selbsthelfer engagiert miteinander. Insgesamt wurde deutlich, dass Ärzte und Selbsthilfegruppen eine gemeinsame gesellschaftliche Verantwortung wahrzunehmen haben und eine Kooperation das Verständnis für die Probleme der anderen Seite fördert.
Zur Entwicklung und Bedeutung solcher Kooperationen referierten Dipl. Psych. Jürgen Doebert (Sprecher des KV-Bezirksbeirates Reutlingen) und Dipl. Psych. Barbara Herzog (Sozialforum Tübingen e.V.). Die Teilnehmer waren sich einig, dass Ärzte wie Selbsthilfegruppen Vorteile aus der Zusammenarbeit ziehen und vor allem der Patient davon profitieren kann. Insbesondere soll auch die Kooperation mit ärztlichen Qualitätszirkeln ausgebaut bzw. intensiviert werden.
Ein weiteres Schwerpunktreferat widmete sich der Frage, wie medizinische Informationen auf ihre Seriosität hin beurteilt und auf rationelle Weise beschafft werden können. Darüber informierte Dr. Britta Lang vom Deutschen Cochrane Zentrum in Freiburg. Denn will der mündige Patient sich an medizinischen Entscheidungen beteiligen, muss er gut informiert sein. Wie sich zeigte, steht auch im Zeitalter des Internets der Arzt bei der Beschaffung vertrauenswürdiger, seriöser medizinischer Informationen aus Patientensicht an erster Stelle.
Am Nachmittag konnten die Teilnehmer die Themen in Workshops vertiefen und diskutieren.
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| Intensivierung der Selbsthilfekooperation | ||
Fachtagung in Zusammenarbeit mit der LAG SELBSTHILFE Baden-Württemberg e.V., dem Gesundheitstreffpunkt Mannheim und dem Gesundheitsprojekt niedergelassener Ärzte e.V. im Oktober 2008 in Mannheim | ||
Die Kooperation von Ärzten und Selbsthilfegruppen bringt Vorteile für alle Beteiligten. Die KVBW fördert deshalb die Zusammenarbeit von Ärzten mit Selbsthilfegruppen. Nach dem Erfolg der ersten Fachtagung im April in Freiburg fand am Samstag, 18. Oktober 2008, im Ärztehaus Mannheim eine weitere Fachtagung Selbsthilfe statt. Dr. med. Werner Besier und Dr. phil. Ulli Biechele (Gesundheitstreffpunkt Mannheim) berichteten über die Entwicklung und Bedeutung von Kooperationen von Ärzten und Selbsthilfegruppen. Das Konzept der partizipativen Entscheidungsfindung sowie eine kritische Bewertung medizinischer Informationen in den Medien standen am Vormittag im Fokus der Veranstaltung. Nachmittags wurde diesen Fragestellungen in Workshops nachgegangen. In einem weiteren Workshop wurde diskutiert, wie Qualitätszirkel verstärkt mit Selbsthilfegruppen kooperieren können
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| Dr. Britta Lang |
| Dr. Ulli Biechele |
| Dr. Werner Besier |
| Dr. Zimpel |
| Nachbericht aus ergo 4/2008 |
| Pressemitteilung 10/2008 |
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| Partizipative Entscheidungsfindung | ||
Fachtagung Selbsthilfe der KVBW in Zusammenarbeit mit der LAG SELBSTHILFE Baden-Württemberg e.V. und dem Selbsthilfebüro Freiburg/Breisgau-Hochschwarzwald im April 2008 in Freiburg. | ||
Die Kooperation von Ärzten mit Selbsthilfegruppen und eine stärkere Beteiligung von Patienten an medizinischen Entscheidungsprozessen gewinnen eine immer größere Bedeutung. Und das nicht erst seit im SGB V die Förderung von Selbsthilfe und die Beteiligung von Patientenorganisationen in den Gremien der Gemeinsamen Selbstverwaltung gesetzlich verankert wurde. Patienten sind durch steigende Verfügbarkeit medizinischer Informationen zunehmend informierter. Auch Juristen stellen immer höhere Anforderungen an Ärzte hinsichtlich Informationen, die es dem Patienten ermöglichen, Risiken im Vergleich zu Heilungschancen und alternativen Behandlungsmöglichkeiten abzuwägen.
Im Zentrum einer partnerschaftlichen Kommunikation steht der mündige Patient. Patienten berichten von Erfahrungen und Strategien der Alltagsbewältigung, wie sie in keinem Lehrbuch stehen. Die Verknüpfung der „erlernten Kompetenz“ der Vertragsärzte und der „erlebten Kompetenz“ der Teilnehmer von Selbsthilfegruppen ist ein Gewinn für die ärztliche Behandlung. Vor diesem Hintergrund veranstaltete die KVBW - in Kooperation mit der LAG SELBSTHILFE Baden-Württemberg e.V. und dem Selbsthilfebüro Freiburg/Breisgau- Hochschwarzwald - eine erste Fachtagung zu diesem Thema.
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| Dr. Lang - Medizin in den Medien |
| Patienteninformation Selbsthilfe |
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